5 legendäre Schatzinseln und was dort nicht gefunden wurde

Schatzkarte Schatzinsel Schatz

Als Jim Hawkins sich auf die Suche nach einem legendären Piratenschatz macht, hat er immerhin eine Karte. Eine recht detaillierte sogar. Die Illustration aus Robert L. Stevensons Roman “Die Schatzinsel” ist eine der bekanntesten Karten der Literaturgeschichte. Der Schatz ist mit einen “X” markiert und Karte voller markanter Punkte wie “Spye Glass Hill” und “Skeleton Island”. Leider sind nicht alle Schätze so gut markiert und nicht zu jedem führen so schöne Karten wie diejenige, die Jim Hawkins in einem in Ölzeug gewickelten Päckchen im Nachlass des verstorbenen Bill Bones findet.

Die folgenden Schatzinseln sind die Bühne zahlreicher Legenden, aber leider nur weniger Fakten. Dass hier noch nichts gefunden wurde, könnte aber auch Deine Chance sein! Falls Du in der Gegend bist, bring einen Spaten mit!

Klaus Störtebekers Gold auf Rügen

störtebeker_woozie2010Störtebeker war ein Seeräuber, um dessen Leben sich heute mehr Legenden ranken als Fakten bekannt sind. Geboren wurde er wohl um 1360 und als er 1401 in Hamburg hingerichtet wurde, lief er ohne Kopf noch an elf seiner 72 Gefährten vorbei. Er hatte zuvor ausgehandelt, dass alle Männer vom Scharfrichter verschont werden sollten, an denen er nach seiner Enthauptung noch vorbeizugehen vermochte. Ein solcher Teufelskerl muss natürlich auch einen enormen Schatz erbeutet haben. Nach seiner Festnahme bot er dem Hamburger Senat angeblich an, seine Freiheit für eine goldene Kette einzutauschen, die einmal um die ganze Stadtmauer hätte passen sollen.

Einen Teil von Störtebekers Schatz hat man – der Legende nach – in den Masten seines Schiffes Roter Teufel gefunden, vom Rest fehlt allerdings jede Spur. Möglicherweise liegen sie auf der Ostseeinsel Rügen versteckt, wo Störtebeker angeblich seine Operationsbasis gehabt haben soll. Gefunden wurde zwischen den Kreidefelsen der größten deutschen Insel allerdings noch nichts.

Die Krabben auf Trindade

Der britische Abenteurer E.F. Knight kam irgendwann um das Jahr 1889 in den Besitz einer Schatzkarte, die derjenigen von Jim Hawkins ganz ähnlich war: eine Insel mitten im Ozean, ein “X” und die Verheißung auf einen Schatz. Der Haken war, dass Knight die fragliche Insel, Trindade, 1881 schon einmal besucht und dort nichts weiter als “abscheuliche” Landkrabben gefunden hatte. Bei seinem ersten Besuch nannte er Trindade zusammenfassend “einen der unheimlichsten und entmutigendsten Orte der Erde”.

Nun kehrte er also zurück. Sein späterer Bericht über die erfolglose Suche hat bis auf den Schatz alles, was eine gute Schatzsuche ausmacht. Knights Karte von Trindade ist voller geheimnisvoller Namen: Ninepin, Sugar Loaf, The Ness. Die Insel selbst ist ein gebirgiges Etwas mit nur einem Weg auf die andere Seite, die Küste voller steiler Klippen und der bereits erwähnten Landkrabben. Knight brachte Schaufeln, Bohrer, hydraulische Geräte und genug Männer für die Suche und seine Karte lotste ihn scheinbar an den richtigen Ort, zu den Überresten eines Steinhügels in einer kleinen Schlucht.

Landkrabben Schatzinsel Trindade Brasilien Schatz E.F. Knight

Sie errichteten Zäune gegen die Krabben und begannen zu graben. Drei Monate später gaben sie auf, gefunden hatten sie nichts, bis auf die rostigen Überreste vergangener Expeditionen. Halb verhungert, sonnenverbrannt und kurz vor dem Zusammenbruch machten sie sich auf den Rückweg. Immerhin das Abenteuer konnte ihnen niemand nehmen.

Kaperfahrt im Ersten Weltkrieg

Maupihaa ist ein kleines Atoll im Pazifischen Ozean ganz im Süden der Gesellschaftsinseln. Während des Ersten Weltkrieges strandete der deutsche Kreuzer Seeadler hier und Kapitän Felix Graf von Luckner verbrachte mehrere Monate mit seiner Mannschaft und diversen Kriegsgefangenen auf dem Atoll. Sie lebten friedlich neben den wenigen Polynesiern auf Maupihaa. Luckner ließ ein Beiboot reparieren, um auf Fidschi Hilfe zu holen. Dort wurde er allerdings gefangen genommen.

Der Rest seiner Mannschaft kaperte einen Schoner, der am Atoll vorbeifuhr und segelte zur Osterinsel, wo das Schiff auf die Klippen trieb uns sank. Ihre Odyssee hatte vier Monate später ein Ende, als die Männer nach Chile verschifft und dort bis zum Ende des Krieges festgesetzt wurden. Und um welchen Schatz geht es jetzt? Vor seiner Havarie war Luckner auf Kaperfahrt im Südpazifik und soll eine beträchtliche Menge an Gold und anderen Schätzen erbeutet haben, die er auf Maupihaa vergrub. Gefunden wurde davon allerdings bis heute nichts.

Piraten auf der Kokos-Insel

Die Kokos-Insel ist die vielleicht berühmteste Schatzinsel der Welt. Das knapp 24 Quadratkilometer große und heute unbewohnte Eiland liegt im Pazifik vor der mittelamerikanischen Küste und gehört zu Costa Rica. Über keinen anderen Ort der Welt gibt es so viele Gerüchte, Spekulationen und Halbwahrheiten, was vergrabene Schätze angeht. Nachweislich war der Pirat William Dampier  im Jahr 1684 auf der Insel. Er soll einen Teil seines Schatzes dort versteckt haben. Gleiches wird von den Freibeutern Henry Morgan, Edward Davis und Benito Bonito berichtet.

cocosisland_jonrawlinson

Zu den weiteren Schätzen, die hier verbuddelt sein sollten, gehört der sogenannte “Kirchenschatz von Lima“, den ein schottischer Kapitän während der Unabhängigkeitskriege in Lateinamerika im Auftrag der Spanier in Sicherheit bringen sollte. Die Edelsteine, Statuen, Goldmünzen und weitere Prachtgegenstände kamen aber nie in Panama an. Thompson, der schottische Kapitän, brach seinen Vertrag, entledigte sich seiner spanischen Begleiter und deponierte den Schatz in einer Höhle auf der Kokos-Insel. Das jedenfalls sagt die Legende. Das Problem dabei: Weder für den Kapitän, noch für sein Schiff oder die tatsächliche Existenz und Größe des Schatzes gibt es Beweise.

Heutzutage ist die Kokos-Insel UNESCO-Weltkulturerbe und das Graben nach Schätzen auf der Insel ist untersagt. Aber im Verlauf der letzten 200 Jahre versuchten unzählige Abenteurer ihr Glück.

Oak Island und der Money Pit

Genauso hoch ist die Schatzdichte wohl auf Oak Island vor der Küste Nova Scotias in Kanada. Hier sollen die Schätze der Freibeuter Francis Drake und Captain Kidd vergraben sein, dazu der Schatz der Tempelritter, die Kriegskasse der Briten aus dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und verlorene Manuskripte des englischen Philosophen Francis Bacon. Wie das alles auf die kleine, gerade einmal 27 Hektar große Insel passen soll und warum noch niemand einen dieser Schätze gefunden hat, erklärt sich durch die Geografie von Oak Island. In einem sumpfigen Gebiet an der schmalsten Stelle der Insel wurde Ende des 18. Jahrhunderts eine runde Vertiefung gefunden. Nach ein paar Grabungsarbeiten legte man hier einige Schieferplatten frei und es wurde davon ausgegangen, dass weiter unten diverse Schätze auf ihre Entdeckung warten.

Bei den weiteren Grabungsarbeiten gab es allerdings aufgrund des Untergrundes immer wieder Probleme. Der “Money Pit“, wie das Loch genannt wird, wurde immer wieder geflutet und zugeschüttet. Die Zahl der Ausgrabungen übersteigt mittlerweile die Zahl der vermutlich vergrabenen Schätze und ironischerweise finden die Schatzsucher hier eher mal die Hinterlassenschaften ihrer Vorgänger als Goldmünzen oder Edelsteine.

Das könnte Dich auch interessieren:

Vielen Dank an woozie2010, jonrawlinson, USFWS/Southeast, und stuttermonkey für die Bilder von Flickr.

Bist Du auf Facebook? Dann werde doch Fan von HostelBookers Deutschland!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *