Reise-Helferlein: Wie packe ich meinen Rucksack richtig?

Den größten Fehler, den man als Rucksacktourist machen kann, ist zu viel mitzunehmen. Meistens stopft man den plötzlich viel zu kleinen Rucksack noch Stunden vor der Abreise voll, aus Panik etwas vergessen zu haben. Ratsam ist das nicht, denn das ganze Gewicht landet unweigerlich auf den eigenen Schultern…

Aber die Frage „Wie packe ich meinen Rucksack richtig?“ können nur wenige beantworten. Deshalb haben wir Dir als Teil unserer Serie Reise-Helferlein Packtipps zusammengestellt, sowie ein kleines Video, wie die Profis packen, und eine Packliste für Backpacker. Weitere Tipps findest Du in unserer Reihe übers Backpacking für Anfänger.

Weniger ist (immer) mehr

Wirklich jeder Backpacker nimmt in der Regel mehr mit, als er wirklich braucht. Wenn Du also Deine Sachen auf dem Boden ausgebreitet und sortiert hast, geh jedes Teil nochmal durch und überlege, ob Du es WIRKLICH brauchst. Gerade, wenn man zum ersten Mal unterwegs ist, neigt man dazu, für alle Eventualitäten gerüstet sein zu wollen. Vergiss aber nicht, auch im Ausland gibt es Waschmaschinen, Geschäfte und Apotheken.

Ein beliebter Spruch sagt, dass man nur die Hälfte einpacken und dafür doppelt so viel Geld mitnehmen sollte. Wer sich noch unsicher ist, sollte einen Blick auf die Packtipps für Backpacker weiter unten werfen.

Gewichtsprobleme

Bei der Gewichtsverteilung im Trecking-Rucksack machen die meisten Neulinge einen großen Fehler. Schwere Gegenstände sollten nämlich nicht unten im Rucksack liegen. Für den besten Tragekomfort (auch „keine Rückenschmerzen“ genannt) und gleichzeitig Stabilität gehört das meiste Gewicht nach oben (am besten zwischen den Schulterblättern) und schön nah am Rücken dran.

So lässt sich der Rucksack leichter tragen und wackelt weniger hin und her. Das Gewicht wird dabei zum größten Teil von der Hüfte getragen – so wie es sein soll. In sehr holprigem Terrain kann es manchmal sinnvoll sein, die schweren Sachen etwas weiter unten zu lagern. So sitzt Dein Schwerpunkt tiefer und Du hast ein festeres Standbein.

Gewichtsprobleme Rucksack

Mittelschwere Dinge sitzen am besten in der Mitte, weit weg von Deinem Rücken. Leichte Utensilien wie Schlafsack und Kleidung sollten ganz unten im Wanderrucksack liegen. Viele Rucksäcke haben heutzutage ein Bodenfach. Dieses hilft bei der Lastübertragung, wenn es schön mit Kleidung vollgestopft ist. Trinkflasche, Karte und Sonnenbrille sollten immer leicht zugänglich verstaut werden.

Achte immer darauf, dass Dein Backpacker-Rucksack nicht zu schwer ist! Mehr als 30 Prozent Deines Körpergewichts sind zu viel. Du solltest ihn relativ leicht auf- und absetzen können und über Deinen Kopf gestemmt bekommen.

Ordnung ist das halbe Leben

Viele erfahrene Backpacker empfehlen, den Rucksack fünf Mal ein- und auszupacken bevor es losgeht, um genau zu lernen wo was hingehört. Andere empfehlen verschiedenfarbige Jute- oder Nylonbeutel um den Überblick zu behalten. Wichtig ist aber eigentlich nur, dass die Dinge, die Du am häufigsten benutzt, leicht zugänglich sind. Wenn es wie aus Eimern gießt, willst Du schließlich nicht erst eine halbe Stunde im Rucksack nach der Regenhülle suchen müssen, oder? Manchmal bietet es sich auch an, mehrere kleine Dinge zusammen in eine Tüte zu packen, um sie später leichter zu finden.

Hier ein kurzes Video von einem Packprofi:

Packliste für Backpacker

Es macht keinen Sinn, alle Dinge aufzulisten, die Du einpacken solltest. Detaillierte Ausführungen hält das Interent für Dich bereit (wir haben im vierten Teil unserer Backpacker-Serie für Anfänger einige aufgelistet) und viele Dinge – wie Unterwäsche – sind (hoffentlich) offensichtlich. Wir haben unsere Helferlein für Dich in leicht vergessbare und unnütze Gegenstände aufgeteilt.

Was oftmals vergessen wird:

  • Ohrstöpsel
    Auf den ersten Blick vielleicht etwas albern, aber Du wirst uns dankbar sein. Diese kleinen Dinger sind ein wahres Wunder, wenn der Kerl im Nachbarbett nicht aufhört zu schnarchen oder der Wind so doll an Deinem Zelt pfeift, dass Du nicht einschlafen kannst. Es gibt sogar Ohrstöpsel mit kleinem Band, sodass Du sie nicht verlieren kannst!
  • Schlafsack-Inlett aus Seide
    Superleicht und ein Hauch von Luxus in der Wildnis. Viele Hostels erlauben keine Schlafsäcke in ihren Schlafsälen und haben dubios aussehende Bettdecken. Da kommt ein Seidenschlafsack wie gerufen. Und Du sparst Geld, wenn Du für Bettwäsche bezahlen musst!
  • Flip Flops
    Auch wenn Du bei der Wahl Deiner Hostels noch so vorsichtig bist – eines wird einen Duschboden haben, den Du keinesfalls mit nackten Füßen betreten willst. Das gehört einfach dazu! Ein paar einfache Gummi-FlipFlops sind dann Dein Lebensretter.
  • Studenten- bzw. Schülerausweis
    Viele Länder geben Studenten und Schüler richtig gute Rabatte. Das spart in Geschäften, Restaurants und natürlich bei Ausflügen viel Geld!
  • Vorhängeschloss
    Nicht die leichteste Sache in Deinem Backpacker-Rucksack, aber mit Sicherheit eine der nützlichsten. Super, um im Hostel den Schrank abzuschließen und die Wertsachen guten Gewissens dort zu lassen.
  • Breites Tuch
    Besonders die Mädels unter Euch werden das Tuch viel benutzen! Wickel es Dir am Strand locker um die Hüfte, bedecke Deine Schultern oder benutz es als Kopftuch in arabischen Ländern.

Was Du NICHT mitnehmen solltest:

  • Weiße Kleidung
    Die wird am Ende eh nur schmutzig-grau und Du ärgerst Dich bloß. Pack lieber khaki-farbene Klamotten ein.
  • Moskitonetz
    Leider tauchen die Netze noch immer auf vielen Packlisten für Backpacker auf. Wieso ist uns ein Rätsel. In Gebieten in denen Malaria ein Problem ist, sind immer Netze vorhanden und überall anders brauchst Du es nicht. Ganz zu schweigen davon, dass es nie einen Haken zum Aufhängen gibt!
  • Schmuck und Wertsachen
    Außer einer Uhr ist wirklich kein Schmuck nötig. Und dann sollte es auch nicht unbedingt die Lieblingsuhr sein. Genauso haben Erbstücke – auch wenn sie Dir noch so doll am Herzen liegen – nichts auf einer Reise dieser Art zu suchen. Du verlierst sie nur und machst Dir später Vorwürfe.
  • Dinge für „Was, wenn…“ Situationen
    Alle Dinge in Deinen Zimmer, die für obstruse Notfälle oder Situationen gedacht sind, müssen zuhause bleiben. Diese Dinge passieren nämlich nie. Wenn Du nach der Ankunft immer noch denkst, dass Du dieses oder jenes brauchst, kannst Du es ja immer noch kaufen!

Noch viel mehr Tipps zum Packen und alles weitere zum Backpacking findest Du in unserer Serie für Backpacking-Anfänger!

Haben wir etwas wichtiges in unserer Packliste vergessen? Dann schreib uns unten einen Kommentar!

Danke an garryknight und topgold für die Bilder von Flickr.

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7 Responses to “Reise-Helferlein: Wie packe ich meinen Rucksack richtig?”

  1. Aber eine wichtige Sache darf man nicht vergessen ! Den Ausweis und die nötigen Papiere ! Für das Visum gibt es gute shortcuts http://www.visum.at/
    wie diese Seite zum Beispiel ! Bis jetzt hat es mir mein Leben total erleichtert 😛

  2. Statt Jute- oder Leinenbeutel würde ich Kompressionsbeutel empfehlen (aber die richtigen mit Ventil, net die einfachen Plastikbeutel im Toppits-Frischhalte-Stil).
    Ich bin anfangs auch immer ohne los, aber mit den Beuteln kann man die Kleider (trotz vorheriger Stopftechnik) nochmal locker knapp um das halbe Volumen komprimieren und somit reicht ggf. sogar ein Rucksack in ner Nummer kleiner. Ich hab meist 3 Beutel dabei (einen für saubere Wäsche, einen für Schmutzwäsche und einen für den Schlafsack).
    Nebenbei sind sie auch wasserdicht, d.h. wenn der Rucksack mal nassregnet, kommt ja oft vor wenn sie auf Auto- oder Busdächern mitgenommen und nur halbherzig mit einer Plane abgedeckt werden, hat man weiterhin trockene Klamotten.

    Ohrstöpsel mochte ich anfangs auch nicht und ich trage sie extrem selten, aber wenn man mal einen üblen Schnarcher im Dorm hat ist man froh wenn sie dabei sind (wiegen ja nix).

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