Eat Surf Live – der andere Cornwall-Reiseführer

Cornwall kennen viele von uns entweder noch gar nicht oder vor allem aus Rosamunde Pilcher Filmen und dem Englisch-Unterricht (Na, rattert’s jetzt: König Arthur, Tintagel Castle…).  Deswegen wird die sogenannte Englische Riviera oft bei einer England-Reise ausgelassen. Dabei gibt es in Cornwall soviel mehr: Palmen, tolle Strände, Küstenstädte wie aus dem Bilderbuch, Surf-Communities und Nachtleben, Vintage-Shops, Cream Tea und vieles mehr.

Katharina und Vera haben sich gedacht: das muss man den Leuten doch sagen! – und darüber ein Buch geschrieben. Eat Surf Live ist ab 21. Mai 2013 erhältlich. Das Buch haben sie übrigens selbst finanziert und publiziert: die Crowdfunding Plattform Startnext hat’s möglich gemacht.Vera und Katharina

1. Wann seid Ihr das erste Mal nach Cornwall gekommen und warum?

Katharina: Das erste Mal war im Jahr 2009, da waren die Vera und ich gerade mit dem Studium fertig und wir wollten eine Reise durch ganz Südengland machen. Wir haben jedoch schnell gemerkt, dass dies recht unrealistisch ist. Letztendlich sind wir mit dem Zug nach Exeter gefahren, nachdem wir zuerst ein paar Tage in London waren. In Exeter haben wir uns dann ein Auto gemietet und sind stationsweise Richtung Westen gefahren, über Torquay, Dartmoor und dann waren wir noch vier Tage in St. Ives.

Das war der Moment, an dem wir gewusst haben, wir kommen wieder! Es war einfach total cool und es hat uns so gut gefallen. Wir sind dann wieder nach London, waren noch in Paris und irgendwann haben wir dann beschlossen, dass wir ein Buch darüber schreiben müssen und allen Leuten im deutschsprachigen Raum sagen, wie cool Cornwall ist.

2. Was hatte St. Ives, das die anderen Orte nicht hatten?

Katharina: Es war die Stimmung, die Tatsache, dass es an dem Ort alleine fünf Sandstrände gibt und das Essen. Wir haben angefangen uns so nach dem seafood zu sehnen. Man könnte sagen, es war Liebe auf den ersten Blick.St. Ives

3. Wann seid Ihr nach Cornwall zurückgekehrt?

Katharina: Als dann die Idee mit dem Buch Form annahm, waren wir 2011 und 2012 nochmals dort, jeweils im August und September, wobei der Monat September viel besser ist. Erstens sind im August hunderte von Engländern dort und zweitens regnet es sehr viel.

4. Wenn Ihr jetzt, nach Vollendung des Buches, zurückschaut, in wie weit ähnelt das Ergebnis der ursprünglichen Idee?

Katharina: Am Anfang haben wir noch die Idee gehabt mit Texten zu experimentieren, also zwei Texte übers gleiche Thema zu schreiben und dann zu schauen, wie unterschiedlich die Versionen sind. Wir haben uns dann aber recht schnell auf eine Struktur festgelegt und verschiedene Kategorien wie Shopping Queen, Food Lovers oder Perfect Click angelegt. Es hat sich dann vom ersten Konzept an nicht mehr allzu sehr verändert.

Das erste Design, das Ende 2012 fertig war, hat uns überhaupt nicht gefallen und wir haben das nochmal komplett umgeschmissen. Aber jetzt schaut es so aus, wie wir es uns anfänglich vorgestellt haben. Bis man jedoch einer Grafikdesignerin seine Vorstellungen erklärt hat, dauert es eine ganze Weile.

5. Und es steckt wahrscheinlich eine Menge mehr arbeitet dahinter, als man am Anfang denkt?

Katharina: Ja auf alle Fälle. Ich habe mal einen Reiseführer für einen Verlag geschrieben und das war schon viel Arbeit. Wenn man das aber alles selber managt, vom Grundkonzept, über die Recherche bis hin zu den Fotos und dann im Endeffekt bis zur ISBN-Nummer und dem Barcode, ist es echt verdammt viel.

6. Für alle, die nicht genau wissen, was sie sich unter dem Buch vorstellen können, erzähl nochmal kurz, worum es da geht.Kingsand Rame Island Cornwall

Katharina: Es geht um den südwestlichsten Zipfel Englands, die Grafschaft Cornwall. Wir wollen die junge und spritzige Seite des Ortes zeigen, weil wir davon komplett überrascht waren. Wir haben gedacht, dass nur alte Leute dorthin fahren aber im Endeffekt sind sehr viele junge Leute, und vor allem Surfer dort, es gibt eine Café-Kultur, extrem gutes Essen und das Thema Nachhaltigkeit hat Einzug in den Alltag gehalten.Ab ins Meer in Cornwall

Die Leute schauen, dass sie regional essen und saisonal kochen und das ist uns unheimlich wichtig, da wir beide bei Nomad Earth sind und der Nachhaltigkeits-Aspekt für uns beide eine große Rolle spielt. Diese Punkte haben wir alle in unser Buch eingearbeitet, das heißt jeder, der sich im Entferntesten für Essen, Surfen, Action, Sport, nachhaltiges Reisen oder Fotografieren interessiert, für den ist dieses Buch etwas.

7. Was sollte ein Cornwall-Anfänger auf keinen Fall verpassen?    

Katharina: Wir waren das erste Mal in St. Ives und das hat uns als Ausgangspunkt irrsinnig gut gefallen. Man denkt Cornwall ist riesig, aber letztendlich fährt man nie länger als 1 ½ Stunden irgendwo hin. Aber, inzwischen würde ich auf der Roseland Halbinsel bleiben. Mir hat vor allem gefallen, das es noch sehr unberührt ist. Jedoch hängt es natürlich immer von den eigenen Vorlieben ab und was man will. Wenn man surfen will, ist die Penwith Halbinsel, also der allerletzte Zipfel sehr gut, weil man südlich ein anderes Meer als im Norden hat und sich dadurch verschiedene Winde ergeben.Roseland Peninsula

8. Du hast vorher schon kurz erwähnt, dass man im August eine Cornwall-Reise möglichst vermeiden sollte. Was sollte man außerdem besser auslassen?

Katharina: Wenn es sich einrichten lässt, dann nicht im August hinfahren. Wir haben meistens mit dem Wetter Pech gehabt. Dagegen war der September immer echt super mit kurzer Hose und Flipflops. Außerdem hat das Meer im September 17°C, wärmer wird’s nie. (Wir verziehen automatisch das Gesicht und Katharina fügt stolz hinzu). Wir waren auch schon im Bikini drin.

Puh, sonst ist das schwierig. Das hängt immer ganz vom Typ ab. Unser Website-Designer, der hasst zum Beispiel St. Ives. Ich persönlich bin kein großer Fan von Newquay. Der Ort ist als Partystadt bekannt, an den es alle Engländer hinzieht und bezüglich surfen ist er eher was für Anfänger. Ich würde mich eher in Padstow einmieten. Mir kommt es wie eine Römer-Gallier-Situation vor: wenn man mit Leuten aus Newquay redet, dann ist Newquay super, und wenn man mit jedem anderen redet, ist Newquay scheiße.

9. Was war Euer bestes Cornwall-Erlebnis?

Katharina: Auf der letzten Reise haben wir zum ersten Mal den Norden gemacht und da gibt es einen Strand in der Nähe von St. Agnes mit dem Namen Chapelporth Beach, (Katharina überlegt kurz und fügt hinzu) nicht Porthchapel Beach, den es auch gibt. Da sind wir bei Sonnenuntergang angekommen, wir waren alleine am Strand, nur mit einem geparkten VW-Bus, und ich habe einfach nur fotografiert und meine Bilder fast nicht nachbearbeiten müssen, da das Licht so schön war. Das war für mich bisher das schönste Erlebnis.VW Romatik in Cornwall

10. Was sind Eure Lieblingsstrände in Cornwall? 

Katharina: Port Quin, Kynance Cove…es gibt ja relativ viele Strände (seufzt und grinst).

11. Wie englisch findet Ihr Cornwall?

Katharina: Ich habe mal längere Zeit in Essex gewohnt und das war für mich England. Jeder, der in Cornwall ist, sagt, dass es der unenglischste Fleck von der ganzen Insel ist. Das haben wir öfters gehört und das zieht die Leute meistens auch an.

12. In Eat, Surf, Live geht es, wie Du schon gesagt hast, viel um Essen. Ihr habt Restaurantbesitzer und Köche interviewt. Wie haben die Leute auf Euer Buch reagiert?

Katharina: Die meisten waren sehr positiv. Wir wollten keine Hotels als Sponsoren haben, da wir alles so aussuchen wollten, wie es uns gefällt. Das sind alles unsere Tipps im Buch. Mit manchen sind wir immer noch in Kontakt.

Auf der letzten Reise waren wir auf der Rame Halbinsel und konnten das Cottage von einem Pärchen mit Hund benutzen. Die beiden waren irrsinnig nett und haben für uns Termine ausgemacht, die waren selber total motiviert wegen dem Buch. Wir haben alle vorher angeschrieben und die, die sich gemeldet haben, waren uns eh von vornherein positiv gestimmt.Seafood at Porthminster Beach Cafe

13. Wie lange sollte man für einen Cornwall-Besuch einplanen?

Katharina: Ich würde eine Woche sagen. Wir hatten vier Tage, da schafft man auch einiges aber in einer Woche kann man mehr relaxen, z.B. einen Tages-Surfkurs machen oder Radfahren und man muss nicht immer von einem zum nächsten rasen.

14. Habt Ihr weitere Projekte zum Thema Cornwall geplant?

Katharina: Erstmal nicht. Es gibt aber schon Ideen für andere Projekte, die aber noch nicht spruchreif sind. Wir sind im Moment noch gut mit Eat, Surf, Live beschäftigt aber wir werden weitermachen und mal schauen, wohin es geht.St. Agnes Cornwall

15. Euer Buch ist durch die Crowdfunding Website Startnext finanziert worden. Wie war der Crowdfunding-Prozess – wart Ihr zufrieden, wie es gelaufen ist?

Katharina: Es war schon sehr intensiv. Wir haben die Zeitspanne verlängern müssen, was im Endeffekt kein Problem war, man muss eben nur das ‚warum?‘ rechtfertigen können. Wir haben auch viele Medien gehabt, die uns geschrieben und unterstützt haben.

Es bleibt allerdings viel an Bekannten und Verwandten hängen. Wir wissen noch nicht, ob wir für unser nächstes Projekt wieder Crowdfunding nützen werden, da die Leute denken „Jetzt wollen sie schon wieder was von uns“, obwohl sie mit dem gedruckten Buch sehen, dass wir zu unserem Wort stehen und liefern können. Wir sparen jetzt alle Einnahmen des Buches und hoffen dann so in Zukunft weitere Projekte finanzieren zu können.

16. Was für Tipps habt Ihr für andere Crowdfunding-Projekte?

Katharina: Nicht den Zeitaufwand zu unterschätzen und dass wirklich jeden Tag etwas zu tun ist. Man muss schauen, dass man in die Medien reinkommt. Man muss schauen, dass man ein gutes Video macht, dass der Inhalt stimmt, und dass man ständig Leute und den Bekanntenkreis daran erinnert – jede 20€ zählen.

 

Eat Surf Live Cover Nach dem Interview mit Katharina haben wir selber Lust auf Cornwall und Eat Surf Live bekommen. Falls es Euch genauso geht, dann könnt Ihr das Buch ab jetzt auf Amazon bestellen.

Mehr zum Thema Surfen in Cornwall gibt es bald auf unserem Blog, auf dem wir Euch u.a. die besten Surf-Hostels der Welt vorstellen und Vera wird übers Surfen in Cornwall berichten. Außerdem haben wir für Euch hier die besten Surf-Spots dieser Welt zusammengestellt.

Wir bedanken uns bei Katharina für den Schwenker in unser London Büro und wünschen viel Erfolg mit Eat Surf Live.

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Wir bedanken uns bei Vera und Katharina für die schönen Bilder aus Cornwall.

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