Kolumne: Ist schon ok…den Fotoapparat im Hostel zu vergessen

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Fotoapparat! Sagt man das überhaupt noch? Die digitale Kamera, die heutzutage jeder in seinem Handy hat, ist ja schon viel mehr als nur der Apparat, mit dem Fotos gemacht werden. Bilder ansehen, aussortieren, bearbeiten, verschicken – all das ist ja mittlerweile ein Klacks. Kein Angst, dass hier soll jetzt kein technikfeindlicher Meinungsbeitrag eines verbitterten, alten Mannes werde. Digitalkameras sind wunderbar, machen uns das Dokumentieren unserer Reisen, das Erinnern und das Herumzeigen so viel einfacher. Niemand muss mehr dutzende Filmdosen mit sich herumtragen. Es gibt keine Unsicherheit mehr, ob die Bilder auch etwas geworden sind. Das Entwickeln kostet kein kleines Vermögen mehr. Und jeder kann Tausende Fotos in drei Wochen machen, die auf eine kleine Speicherkarte passen.

Moment mal!

Tausende Fotos? Ja, mindestens. Um das mal kurz durchzurechnen: Eine Speicherkarte mit 32 Gigabyte kostet derzeit etwa 20 Euro. Ganz grob überschlagen passen da in etwa 5.000 Bilder drauf, mit einer halbwegs modernen Kamera geschossen. Auf ein paar Hundert mehr oder weniger kommt es ja auch nicht an. Hinzu kommt, dass wir ja jedes zweite geschossene Foto sowieso gleich wieder löschen, weil wir schon auf dem kleinen Bildschirm der Kamera sehen, dass unser Daumen im Weg ist, die Sonne blendet oder Mama schon wieder woanders hinguckt.

Fotoapparat Kamera Bilder Urlaubsfotos

Knipsen, knipsen, knipsen

Das Problem ist nicht, dass wir also etwa 10.000 Fotos schießen können, ohne zusätzliche Speicherkarten mitzunehmen. Das Problem ist, dass viele Menschen der Meinung sind, sie müssten das auch tun. Noch eine kleine Rechnung: Wenn ich 10.000 Fotos mache und für jedes im Durchschnitt eine Minute brauche (Kamera rauskramen, anschalten, einstellen, Leute dirigieren, den richtigen Winkel finden, etc.), dann bin ich fast sieben Tage mit dem Fotografieren beschäftigt.

Okay, das mag übertrieben sein. Aber die Richtung stimmt. Wer um Urlaub ständig an der Kamera herumhantiert, sieht alles nur durch die Linse. Der ganze Urlaub in 9×13 mit dem Overlay der Kamera. In der einen Ecke die blinkende Batterieanzeige, in der anderen das Datum. So wird der Urlaub schon während des Reisens zum virtuellen Fotoalbum. Anstatt Eindrücke, Ansichten und Atmosphäre wirken zu lassen, sind wir nur noch mit dem technischen Festhalten der Erinnerungen beschäftigt. Und das ist doch schade.

Wir finden daher: Lass Deine Kamera doch mal im Hostelsafe. Ganz bewusst. Verzichte einen Tag aufs Fotografieren und lass Dich auf die Stadt, die Landschaft, den Ort ein, in dem Du gerade bist. Es muss ja nicht gleich an Deinem einzigen Tag in Machu Picchu oder Angkor Wat sein.

Danke an Andreanna Moya Photography und CRUSTINA! für die Bilder von Flickr.

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