Kolumne: Ist schon ok…nicht auf die größte Silvesterparty der Stadt zu gehen

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Alle Jahre wieder… Moment! Das hatten wir doch gerade erst. Ist Weihnachten denn immer noch nicht vorbei? Der Kalender sagt „Nein!“ und verschweigt – zumindest demjenigen, der glaubt, der Monat sei vorbei, wenn keine Schokolade mehr aus den Türchen fällt – ein weiteres, allerletztes Großereignis des Jahres: Silvester. Während des ganzen Weihnachtsstresses verdrängen und vergessen wir allzu schnell, dass eine Woche später schon wieder eine große Party auf uns wartet. Die geplant werden will. Für die eingekauft werden muss. Für die wir Leute einladen müssen. Uff! Wäre es da nicht viel einfacher, ein paar Tickets zu kaufen, in eine riesige Disko nach München, einen Ballsaal nach Hamburg oder zum Brandenburger Tor zu fahren und mit gefühlten sieben Millionen anderen Menschen ins neue Jahr zu feiern? Falls Dich die einflussreicheren Menschen in Deinem Freundeskreis seit Jahren davon überzeugen wollen und Du aber trotzdem lieber auf den kleinen Kreis im Wohnzimmer stehst – ist schon ok! Nicht jede Party muss bombastisch sein.

Ein langer Abend

Okay, in Berlin ist es vielleicht Gang und Gäbe unter den 18- bis 20-Jährigen, erst um 3 Uhr nachts ins Berghain zu gehen, zwölf Stunden zu feiern und dann zum Nachmittagstee in ein hippes Café zu gehen. Aber der Rest der Bevölkerung kippt doch spätestens nach der Hälfte der Zeit aus den Latschen. Wie schön ist es da, zu Hause auf dem Sofa oder Sessel sitzen zu können, in der Mitte ein Tisch mit Drinks und Snacks, zumindest ein wenig Kontrolle über die Musik und der Teppich vor dem Fernseher als improvisierter Dancefloor. Klingt spießig? Nur so lange, bis Du vorm Brandenburger Tor mal ganz dringend aufs Dixi-Klo musst, das zwar dem Geruch nach zu urteilen nur 200 Meter Luftlinie entfernt steht, aber von einer Mauer aus Betrunkenen bewacht wird, die auf gar keinen Fall auf Deine höflichen Bitten, Dich kurz durchzulassen, reagieren.

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Lecker essen

Weihnachten war vor einer Woche – Zeit sich mal wieder richtig den Magen vollzuschlagen! Zu Hause gibt es Raclette oder Fondue, mit Rind, Schwein, Hühnchen, frischem Gemüse und viel Käse und Brot. Jeder Gast bringt einen langweiligen Salat, angebrannte Frikadellen oder ein paar Tüten Chips mit. (Naja, es kommt auf die Geste an, richtig?) Und schon sind die ersten drei bis vier Stunden der Party gerettet. Hurra! Die Alternative ist überteuerte Bratwurst, pappiger Döner und schales Bier von irgendwelchen Buden, in denen Menschen die ganze Nacht arbeiten müssen. An Silvester! Sicherlich willst Du nicht an einer solchen Ungerechtigkeit teilhaben.

Das ist der Knaller!

An Silvester haben wir einmal am Jahr die Möglichkeit, unseren Trieb nach Krach und Explosionen auszuleben, ohne dass der Nachbar gleich die Polizei ruft. Dinge anzünden und in die Luft jagen – so laut und bunt wie möglich – ist halt an 364 Tagen im Jahr verboten. Und an manchen Orten sogar an 365 Tagen: „Feuerwerkskörper jeglicher Art sind strengstens verboten“, heißt es in den Informationen zur Feier am Brandenburger Tor. Macht ja auch Sinn, wo eine Million Menschen sich auf engstem Raum zusammendrängen, wird jeder Böller zur Waffe. Deswegen stellst Du Dich lieber an die Straße vor dem Haus und wirfst ein paar Chinaböller, Knallfrösche und Piepmanscher in Nachbars Garten (natürlich nicht aufs Auto oder in den Briefkasten!) Ein bisschen Spaß muss schließlich sein.

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Party vorbei, alle gestrandet

Das Schöne an Silvester ist ja, dass alle gemeinsam und zur gleichen Zeit feiern. Da ist es allerdings auch nicht sehr überraschend, dass auch jeder etwa zur selben Zeit nach Hause will. Und entweder haben Du und Deine Freunde dann vorher einen Fahrer ausgeknobelt und das Schlimmste, das auf euch wartet, sind ein paar Stunden im Stau. Oder Du bist auf den Öffentlichen Personennahverkehr angewiesen und kommst überhaupt nicht nach Hause, weil Bahnen und Busse voll, Taxis ausgebucht und Fahrräder im Winter unnütz sind. Lieber gleich zu Hause bleiben!

Guten Rutsch, viel Spaß beim Feiern und bis zum nächsten Jahr!

Danke an Irish Typepad, julesjulesjules m und CRUSTINA! für die Bilder von Flickr.

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