Großartige Surf Cities – Der Tupfen auf dem "i" in Surfing

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Ein Gastbeitrag von Andreas Jaritz (Nomad Earth)

Großartige Surf-Destinationen haben alle eines gemeinsam: sie zeichnen sich in der Regel durch perfekte Wellen aus, die möglichst konstant das ganze Jahr über für ausreichend Surfspaß sorgen. Oft liegen diese Spots aber so weit von jeglicher Zivilisation entfernt, dass man dort die tote Hose spazieren gehen sieht. Will man auch abseits der Wellenreiterei Großartiges erleben, sollte man sich auf die Suche nach einem machen: großartigen Surf-Städten. Sie sind der magische Querschnitt aus konstanten und qualitativen Wellen, einladenden Unterkünften in Strandnähe, einem Nachtleben, das den zuckenden Tanzbeinen viel Auslauf beschert und einer Esskultur, die auch das verwöhnteste Kerlchen nach stundenlangen Surfsessions keinen qualvollen Hungerstod sterben lässt. Surf Cities brillieren darüber hinaus mit jede Menge Angebot für Tage, an denen der Ozean „dead flat“ also spiegelglatt ist. Diese Tage des Leidens lassen sich am besten in einer quirligen Stadt verbringen.

Auf unseren Drehreisen für die europäische Surf-Dokumentation „The Old, the Young & the Sea“ haben wir viele Küstenmetropolen besucht, gefilmt, gesurft und erlebt: Die Surf-Städte von Frankreich, Nordspanien und Portugal. Einige davon stellen wir euch im Kurzprofil vor:

San Sebastián

Eine sichere Bank in Spanien. San Sebastián oder Donostia, wie die Küstenmetropole in der regionalen Sprache Baskisch heißt, ist eine der Perlen der europäischen Atlantikküste: Früher ein nobles Städtchen mit Seebad, das reiche Kaufleute und Adlige aufsuchten, um ihre von Gicht und Rheuma gepeinigten Körper zu kurieren, entwickelte sich San Sebastián und der gesamte Küstenstreifen des Baskenlandes in der Moderne zu einem lebendigen und pulsierenden Hotspot am Golf von Biskaya.

Am Strand von Zurriola in San Sebastián

Am Strand von Zurriola in San Sebastián

Mit der Flanier- und Poser-Strandpromenade samt „hauseigenem“ Surfspot Zurriola Beach bringt San Sebastián das notwendige Rüstzeug für eine Top Destination mit. Wer den Surfer Lifestyle liebt, sollte die Stadt im Juni besuchen. Da findet das alljährliche San Sebastián Surfilm Festibal statt, eines der bekanntesten Surffilm-Festivals der Welt. Ein bisschen Hollywood gefällig? Dann packt man Strandlatschen, Sakko und Sonnenbrille im September ein und bleibt bis zum weltberühmten San Sebastián International Film Festival, um sich mit Stars uns Sternchen ein Stelldichein zu geben. Zu viel des Trubels? Na dann vielleicht die nahe gelegenen perfekten Wellen von Zarautz checken. Schlussnotiz dieser kleinen Ode an das Baskenland: Man munkelt, es gäbe dort die höchste Dichte an Haubenköchen weltweit.

Von Santander nach Gijón

Fährt man weiter Richtung Westen, kommt man unweigerlich zuerst am magischen Surfspot von Mundaka vorbei, macht vielleicht einen Zwischenstopp in Bilbao (Guggenheim vs. alte Werften – sehr empfehlenswert!) und schlängelt sich dann entlang der Küste in Richtung Santander durch. Die Gegend um Santander (autonome Region Kantabrien) gilt als eine der Wiegen des Surfsports in Spanien. Die Pioniere der 1970er Jahre brachen aus der etwa 180.000 Einwohner zählenden Provinzmetropole auf, um die umliegenden Naturjuwele wie Langre, Liencres, Los Locos oder Comillas zu surfen.

Die Bucht von Santander

Die Bucht von Santander

Ein paar Musikalben im Auto weiter in westliche Richtung stößt man auf Gijón: Perfekte Surfspots in der Stadt, ein Nachtleben, das entlang der Küste Seinesgleichen sucht, freundliche Einheimische und außerhalb der Stadt gelegene Wellen der Extraklasse machen Gijón und Umgebung zu einem absoluten Highlight auf jeder Küstentour. Die Stadt selbst hat ein zweigeteiltes Gesicht: Einerseits traditionell industriell geprägt punktet Gijón andererseits mit viel Charme, Studentenflair und wunderschönen Altstadtbauten. Dem ausgehungerten Surf Traveler sei gesagt: Chorizo und Fabada sind keine Straßennamen. Die machen euch satt! Garantiert.

Liencres, unweit von Santander

Liencres, unweit von Santander

Lissabon

Wir machen einen weiten Sprung vom nordspanischen Küstensaum nach Lissabon (auf die tausenden Abenteuer dazwischen müssen wir aus Platzgründen leider verzichten). Die portugiesische Hauptstadt ist das wirtschaftliche Herz, das momentan wegen der schlechten Gesamtlage der iberischen Halbinsel an einer Rhythmusstörung zu leiden scheint. Aber das sind Lissabon und seine Bewohner gewohnt: Jahrhunderte des wirtschaftlichen Auf- und Abschwungs sowie mehrfache Zerstörung durch Erdbeben können der glücklichen Stadt am Fluss, wie der ursprüngliche Stadtname aus dem Lateinischen übersetzt lautet, nichts anhaben.

Lisboa ist auch das wahre Epizentrum der europäischen Surfszene.

Die Altstadt von Lissabon – hingehen, staunen, genießen

Die Altstadt von Lissabon – hingehen, staunen, genießen

Einfach mit dem Auto, per Zug oder mit dem Flieger zu erreichen und wegen der geographisch günstigen Lage bekommt Lissabon Wellen aus allen Richtungen ab. Die Wellenkonstanz, die Dichte an sehr guten Surfspots und das ganzjährig gemäßigte atlantische Klima machen die Metropole am Tejo somit zum perfekten ganzjährigen Ziel.

Am Strand von Carcavelhos: Am Wochenende kann es schon mal eng werden

Am Strand von Carcavelhos: Am Wochenende kann es schon mal eng werden

Dutzende Surfstrände an Lissabons „Hausküste“ wie Costa da Caparica oder Carcavelhos bieten unzählige Möglichkeiten für jede Könnerstufe: Surfschulen, die den blutigen Anfängern helfen, gibt es zuhauf, die Pros finden entlang der Küste Lissabons mehr als nur actionreiche Herausforderungen: Eine halbe Stunde nördlich von Lissabon, in Peniche besipielsweise, kann man sich die Barrel des Lebens abholen.

Supertubos, Peniche – perfekte Barrels

Supertubos, Peniche – perfekte Barrels

Über den Autor:

Andreas Jaritz ist Mitgründer des von Nomad Earth Media herausgegebenen Online Magazins www.nomadearth.com, das sich seit 2010 mit fairem und nachhaltigem Tourismus sowie Outdoorsport beschäftigt. Nomad Earth Media ist ein Reisekollektiv, das sich auf die Kreation und die Vermarktung von Reise- und Outdoorgeschichten spezialisiert hat. Mit Eat Surf Live – einem Reisebuch über Cornwall und The Old, the Young & the Sea, einem Dokumentarfilm über die Küsten Frankreichs, Nordspaniens und Portugals sind derzeit zwei Titel veröffentlicht.

Vielen Dank für die Bilder an: www.stefanleitner.com und www.oldyoungsea.com

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