Surfen in Marokko – ein Selbstversuch

Taghazout - Wandmalerei banner

Ich hatte den Urlaub ehrlich gesagt, vor allem aus dem Bedürfnis nach Strand und Sonne gebucht. Der Aufenthaltsort, Taghazout in der Nähe von Agadir, versprach Temperaturen von 25 bis 30 Grad im Mai, was gegenüber der englischen 5-8 Grad verlockend erschien.

Dass Surfen mit zum Aufenthalt gehören sollte, war erst mal mehr nebensächlich. Als die Abreise dann näher rückte und ich mich ein bisschen mehr mit dem Thema auseinanderzusetzen begann, kamen allerdings die ersten Bedenken auf. Ich gehöre mehr zur ­unfiten Fraktion. Auf was genau hab ich mich da eingelassen?

Meine Bedenken – zu unsportlich, zu ungeschickt – haben gleich bei der Wetsuit-Anprobe neues Feuer erhalten. Reinkommen geht ja noch, aber raus….Aha und ein Surfbrett wiegt also was…wer hätte das gedacht? Ich hätte mit den Liegestützen doch mehr als eine Woche vor der Abreise anfangen sollen.Kamel und Surfer am Strand Die erste Stunde fing erst einmal mit der Theorie an – Wellenkunde, Trockenübungen, wie paddeln, wann und wie aufs Brett schwingen. Dann Aufwärmübungen, Stretching. Soweit so gut. Und dann ­gings ins Wasser. Die Wellen waren an diesem Tag zum Glück anfängerfreundlich – also eher sanft. Nach ein paar Anläufen fand ich mich mithilfe der Surflehrerin auch tatsächlich auf der ersten Welle davon gleitend, wenn auch liegend, aber immerhin – naja, surfen, wäre zu viel gesagt.

Nach ein paar Stunden hatte man ungefähr raus, welche Wellengröße man anpeilen sollte, wann man mit dem Paddeln anfangen sollte und warum man manchmal mit der Nase zuerst im Wasser landet. Das Stehen hat erst am zweiten Tag geklappt und mich im ersten Moment so überrascht, dass ich gleich wieder vom Brett gefallen bin.

Nach ein paar weiteren Versuchen hab ichs dann geglaubt: ich kann, bei niedrigen Wellen mit ein bisschen Glück tatsächlich auf diesem Ding stehen, und wenn es mein Gleichgewichtsgefühl zulässt, bis an den Strand kommen. Den Eifer, der mich dann gepackt hat, kannte ich nur noch vom Schlittenfahren als Kind. Gleich wieder rauf auf den Berg, äh aufs Brett und rauspaddeln.Surfer in Taghazout

Allerdings kam da nach einer Weile meine mangelnde Kondition zum Vorschein: Gerade das Hinauspaddeln raubt Kraft, besonders wenn die Wellen stärker sind. Einige Male war ich mit Müh und Not einigermaßen weit rausgepaddelt und wurde dann von einer (in meinen Augen) Riesen-Welle nicht nur überspült, sondern auch gleich wieder an den Ausgangspunkt ausgespuckt.

Da gibt es noch einiges zu lernen, z.B. das Brett so zu manövrieren, dass man bei großen Wellen untertaucht und keine Rückwärtspurzelbäume macht. Im Laufe der Woche sind die Wellen immer stärker und häufiger geworden, was die richtigen Surfer natürlich erfreut hat, aber für Anfänger eine Herausforderung war.

Nach 5 Tagen im Wasser bin ich herrlich sonnenverbrannt an Händen und Füßen mit Muskelkater und einer leichten Ohrenentzündung (zu viele Rückwärtspurzelbäume) unglaublich entspannt ins verregnete England zurückgekehrt. Und eines steht fest: ich muss es unbedingt bald wieder ausprobieren. Entweder in Cornwall oder vielleicht doch wieder in wärmeren Gewässern…Party Wave in Crocs Beach - Charlotte

Unbedingt mitnehmen:

  • Wasserfeste Sonnencreme Faktor 50: Am zweiten Tag war der Sonnebrand (mit Faktor 20) zwar nicht spektakulär, aber unangenehm. Im Wasser ist die Sonne nochmal viel stärker und man möchte nicht wegen verbrannter Haut die Surf-Zeit missen.
  • Penatencreme: Lacht nicht! Am dritten Tag hatte das Brett mit der rauen Oberfläche an meinen Füßen und am Kinn unangenehme Spuren hinterlassen. Das Salzwasser tat sein übriges…
  • Sonnenhut: Kann man zwar im Wasser nicht tragen, aber zumindest in den Pausen freuen sich Gesicht und vor allem Kopfhaut über den Schatten.
  • Wasser in großen Flaschen: Sonne, Salzwasser und viel Bewegung… man hat Durst!

An nicht Surf-Tagen in Marokko:

Souks von Agadir:Barber Acessorires - Agadir Market - CharlotteZwar nicht so spektakulär wie die Souks von Marrakesch, aber dennoch ein Erlebnis. Teilweise sehr touristisch, teilweise sehr gewöhnungsbedürftig: verkauft werden neben Berber-Teppichen, Berber-Satteltaschen, Berber-Kosmetik, Berber-Tongefäßen, Berber-Haushaltswaren natürlich auch Obst, Gemüse, und unglaublich leckere Speisen und Getränke, aber leider auch Gekkos, Streifenhörnchen und anderes Getier, das nicht als Haustier gehalten werden will.

Die Verkaufsweisen sind natürlich anders als in unseren Breiten, also „Nur mal schauen“ ist eher nicht und man wird schneller in ein Verkaufsgespräch verwickelt, als man denkt. (Die 7 Tüten Berbertee werden hoffentlich nicht so schnell schlecht.) Auch beim Preis gilt natürlich handeln.

Besuch im Hamman:

Achtung: wer wert auf seine Bräune legt, sollte diesen Besuch vielleicht lieber am ersten Tag einlegen. Ein unglaublich gründliches Ganzkörperpeeling, nach dem man sich so sauber fühlt, wie die ganze Woche nicht, war allerdings am letzten Tag ein tolles Erlebnis und hat den Muskelkater auch ein bisschen aufgefangen. Ich wäre nur froh gewesen, ich wär nicht ganz so salz- und sandverkrustet hingegangen.

Paradise Valley:Paradise Valley Marokko - CharlotteEine Oase in einer Schlucht an den Ausläufern des Atlas-Gebirges. Es gibt Palmen, spektakuläre Kliffs, Wasserfälle und Tümpel. Gerade wenn man von Salzwasser die Nase voll hat, sind die kleinen Tümpel, die ein natürlicher Strom in den Kliffs angelegt hatte eine willkommene Abwechslung.

Das Wasser ist klar und saukalt, und nach dem 30 Minuten Fußmarsch und der Autofahrt in der Hitze die beste Abkühlung, die man sich denken kann. Achtung beim Runterrutschen von den Mini-Wasserfällen: die Steine sind zwar glatt aber hinterlassen ein rauhes Muster auf dem Allerwertesten.

Wer jetzt auch Lust auf Surfen in Marokko bekommen hat. Die Villa Azur in Tamraght liegt nicht weit von einem tollen Surfspot (Banana Point), ebenso wie das Surf House Morocco und Hostel Morocco. Und in Taghazout gibt es das Adventure Keys Surf Camp.

Bist Du schon mal gesurft – was waren Deine Erfahrungen? Teil sie uns unten in einem Kommentar mit!

Das könnte Dich zum Thema Surfen auch interessieren:

Danke an Charlotte für ihren unterhaltsamen Surfbericht und die Photos, sowie danke an Heatheronhertravels für die Bilder von Flickr.

Bist Du auf Facebook? Dann werde doch Fan von HostelBookers Deutschland!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

fünfzehn + sechs =