Backpacking für Anfänger, Teil I: Worum geht's hier eigentlich?

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Hier ist sie: unsere Serie für alle, die schon immer mal mit dem Rucksack verreisen wollten, aber sich nie getraut haben. Im ersten Teil unserer neuen Serie über Backpacking für Anfänger klären wir ein paar grundsätzliche Fragen und geben Dir einen Ausblick auf das, was Dich in den kommenden Wochen erwartet.

Der uralte Van steht am Straßenrand. Der Kofferraum steht offen. Drinnen sind die Rucksäcke verstaut, daneben liegen die Matten für die Nacht. Aber jetzt ist erst mal früher Morgen, die Sonne geht gerade auf über dem Stillen Ozean und ihr habt eine lange Fahrt vor euch. Schließlich erkundet sich Australien nicht von selbst.

Der fünfte Kontinent ist eines der beliebtesten Ziele von Backpackern – und deshalb auch recht einsteigerfreundlich und geeignet für Neulinge in der Welt des Individualreisens. Ein bisschen respekteinflößend ist Backpacking trotzdem. Der erste Schritt ist wie so oft der schwerste. Wir geben Dir daher in unserer neuen Serie in den kommenden Wochen an dieser Stelle hilfreiche Einsteigertipps, Beratung für den richtigen Rucksack und die richtige Vorbereitung, und ein paar Ideen für die erste Reise.

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Backpacking – was ist das eigentlich?

Beim Rucksacktourismus, wie es in klassischem Bandwurmdeutsch heißt, reist Du mit verhältnismäßig leichtem Gepäck. Der Schalenkoffer bleibt zu Hause und alle Klamotten finden ihren Platz in einem entsprechend großen Rucksack. Anstatt an einem Ort und in einem Hotel zu bleiben, kannst Du als Backpacker viel mehr von einem Land sehen und erleben. Du reist von Hostel zu Hostel, bleibst überall höchstens ein paar Tage und nutzt die lokalen Verkehrsverbindungen, um von einem Ort zum nächsten zu gelangen.

Seinen Ursprung hat diese Art des Reisens in den 70er-Jahren. Insbesondere der mittlerweile legendäre Lonely-Planet-Reiseführer South-East Asia on a shoestring machte Backpacking mit Tipps für Routen und Unterkünfte populär. Mittlerweile findest Du überall auf der Welt Backpacker. Das Rucksackreisen ist in den vergangenen Jahren sicherlich etwas weniger abenteuerlich geworden. Die beliebtesten Backpacker-Ziele haben mittlerweile touristisch ordentlich zugelegt. Restaurants mit Gerichten für empfindliche westliche Mägen, Hostels mit Federbetten und fließendem Wasser sowie halbwegs verlässliche Busverbindungen sind eher die Regel als die Ausnahme. Trotzdem ist Backpacking immer noch die beste Art, ein wenig mehr von der Welt kennenzulernen als nur den Hotelpool und den nächsten Strand.

backpacker_Harald Groven

Welcher Typ bist Du?

Backpacker ist nicht gleich Backpacker. Jeder reist aus einem anderen Grund und jeder hat einen anderen Anspruch an seine Reise. Ein paar der häufigsten Backpacker-Typen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – sind die folgenden:

Der Sinnsucher: Entweder zwischen Schule und Studium oder zwischen Studium und Beruf machen sich immer mehr Menschen auf die Suche nach sich selbst und verbinden das mit einem Trip in die Ferne. Ob man nach ein paar Monaten im Busch näher beim eigenen Ich ist als vorher, muss jeder für sich herausfinden. Die Erlebnisse nimmt einem niemand mehr.

Der Work-and-Traveler: Besonders beliebt bei Abiturienten und anderen mit eingeschränktem Budget, die sich sagen: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“  Im Idealfall finanziert sich so eine Reise fast alleine. Ein bisschen arbeiten, ein bisschen reisen, und wenn das Geld alle ist, wieder arbeiten. Das ist die Idee hinter Work and Travel. Backpacking für den kleinen Geldbeutel. Nur der Rahmen, also Hin- und Rückflug. Sollte vorher geklärt sein. Und für Faule ist das Ganze auch nichts.

Der Flashpacker: Eher das Gegenteil: Der Flashpacker will zwar viel sehen und herumreisen, aber nicht auf Komfort verzichten. Laptop und Smartphone sind daher immer dabei. Übernachten tut er (oder sie) nur in Privaträumen mit eigenem Bad und nicht in 20-Personen-Dorms. Und das Essen darf auch gerne etwas teurer und besser sein. Schließlich ist man ja im Urlaub.

Das Pärchen: Alleine reisen ist langweilig. Und was läge näher, als den Liebsten oder die Liebste mit auf Weltreise zu nehmen. Ganz ungefährlich ist es – im Hinblick auf die Beziehung – natürlich nicht, mit dem ungewaschenen Partner Wochen und Monate durch den Dschungel zu stapfen. Aber wer das aushält, schafft nach der Rückkehr vielleicht auch den Alltag.

Das erwartet Dich in den kommenden Wochen

Alles klar? Wahrscheinlich nicht. Aber genau das versuchen wir in den nächsten Wochen zu ändern. Los geht es mit Tipps für die richtige Reisevorbereitung. Wir verraten Dir, welcher der richtige Rucksack für Dein Reisevorhaben ist und sagen Dir, worauf Du beim Kauf achten solltest (Teil II). Danach dreht sich alles um den Rest der Reisevorbereitung: Wir klären auf, auf was Du vor einer Backpacking-Reise besonders achten solltest (Teill III) und helfen Dir beim Packen Deines neuen Rucksacks (Teil IV). Wenn doch einmal etwas schiefgeht, haben wir ein etwas Erste Hilfe und Antworten auf häufig gestellte Fragen für Dich (Teil V). Und dann das Wichtigste: Irgendwo soll die Reise schließlich hingehen. Wir geben ein paar Denkanstöße für drei beliebte Backpacking-Regionen: das gute alte (und neue!) Europa (Teil VI), Australien (Teil VII), Südostasien (Teil VIII) und Mittelamerika (Teil IX). Zum Abschluss beantwortet uns Daniela Konefke im Interview (Teil X) noch einige Fragen zu ihren Erfahrungen mit Backpacking und Reisen in der großen, weiten Welt.

Viel Spaß beim Lesen und Backpacken!

Im nächsten Teil: Der richtige Rucksack

Danke an tm-tm und Harald Groven für die Fotos von Flickr.

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