Backpacking für Anfänger, Teil IV: Rucksack packen

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Endlich ist es so weit und Dein erster Backpacking-Trip steht an. Eine der schwierigsten Fragen überhaupt ist: Was packe ich ein und wie bekomme ich alles in einen Rucksack? Dabei helfen wir Dir im vierten Teil unserer Backpacking-Serie für Anfänger.

Von Felicia Hargarten

Fast niemand packt gerne. Dein Gepäck soll nicht nur alles Nützliche beinhalten sondern auch noch leicht zu tragen sein und die Bestimmungen der Airlines beim Gewicht einhalten. Zur Orientierung: Ein Rucksack mit 65 Litern Fassungsvermögen wiegt maximal 20 Kilo. Schwerer als 15 Kilo sollte Dein Rucksack allerdings idealerweise nicht sein. (Ein paar Tipps zum Rucksackkauf haben wir im zweiten Teil der Serie zusammengestellt.)

Was brauche ich wirklich? Was kann ich auch zu Hause lassen?

Was Du wirklich benötigst, hängt natürlich auch von Deinem Reiseziel ab. Geht’s an den Strand von Thailand oder ins kalte Patagonien nach Chile oder sogar beides? Die Dauer Deiner Reise spielt keine große Rolle. Eine mehrmonatige Reise oder sogar Weltreise benötigt genauso viel Ausstattung wie ein zwei Wochen langer Urlaub.

In allen Ländern gibt es die Möglichkeit, Deine Kleidung bei einem „Laundry Service“ abzugeben. Oft gibt es sogar Backpacker-Hostels mit Waschmaschine, in denen man selbst waschen kann. Wenn Du lange verreist, kaufst Du Dir viele Sachen wie zum Beispiel Drogerieartikel sowieso vor Ort und bestimmt auch mal das ein oder andere Kleidungsstück. Im Reisegepäck sind auf jeden Fall ein schnelltrocknendes Funktionshirt und schnell trocknende Travel-Handtücher empfehlenswert.

Das wichtigste im Gepäck sind ohne Zweifel Dokumente, Papiere, Kreditkarten und Geld. Ansonsten kann Deine Reise schnell unfreiwillig enden. Genauso wichtig ist Deine Gesundheit und daher eine gute Reiseapotheke. Papiere und Apotheke solltest Du wasserdicht verpacken und die wichtigsten Unterlagen in jedem Fall lieber sicher am Körper tragen und nicht in den Rucksack packen.

Reiseutensilien

Was kannst Du zu Hause lassen? Als Daumenregel gilt: die Hälfte der Sachen die Du mitnehmen willst! Insbesondere bei Kleidung und Kosmetik neigt man dazu, viel zu viel einzupacken. Das sind auch die Teile die am schwersten sind und am meisten Platz wegnehmen. Also überleg Dir genau, welche Sachen Du wirklich brauchst, auf was Du komplett verzichten kannst und ob Du wirklich sieben T-Shirts brauchst oder nicht vier Stück vielleicht reichen.

Tipp: Einzig Sonnencreme ist oft sehr teuer im Ausland. Hiervon kann man ruhig eine Packung zusätzlich einpacken.

Wie teile ich mein Gepäck sinnvoll auf?

Wahrscheinlich brauchst Du mehrere Anläufe, um alles platzsparend und effizient unterzubringen. Ein Geheimtipp ist das „Rollen-Prinzip“. Lege Deine Kleidungsstücke übereinander und rolle sie ein. Bei der Kleidung macht es Sinn, lieber mehrere dünne und leichte Teile einzupacken, die Du dann vor Ort übereinander im Zwiebelschalenprinzip anziehst.

Ideal sind auch alle Gegenstände, die Du multifunktional einsetzen kannst, zum Beispiel ein Sarongtuch, Buff Tuch oder Taschenmesser. Um Dein Gepäck besser zu strukturieren, eignen sich Packelemente. Dazu zählen zum  Beispiel Baumwollsäcke für Wäsche, Tupperdosen, Kompressionsbeutel, Zippertüten, Plastiktüten oder Netzbeutel. Gerade auch Kosmetikartikel wie Shampoo oder Duschgel solltest Du in kleinere Gefäße umfüllen.

So kannst Du Dir verschiedene Päckchen zusammenstellen: Kosmetik, Medikamente, Technik oder auch ein Flug- oder Bus-Care-Pack. Insbesondere wenn Du einen Rucksack hast, der sich nicht von der Seite befüllen lässt, findest Du so alles schneller wieder.

Tipp: Wenn Du alles zusammen hast, packe schwere Sachen nah an den Rücken. Bei vielen Rucksäcken ist eine Anleitung dabei, wie man das Gewicht am besten verteilt.

70l Rucksack

Was kommt in den Daypack?

Eine ideale Größe für einen Daypack für Ausflüge oder eine Busfahrt ist 20 bis 25 Liter. Hier sollten alle wertvollen Geräte wie Kamera, Reiseführer, Wasserflasche, Essen und ein Pullover oder eine dünne Regenjacke reinpassen. Im Daypack verstaust Du außerdem Gegenstände wie Sonnencreme, Mückenspray, Care-Pack für Flug oder Busfahrten, Stifte, Notizbücher, Kopfbedeckung oder ein Sarongtuch. Es ist also gut, wenn er eine gute Innenaufteilung mit vielen Fächern hat. Wertgegenstände trägst Du am Körper. Nicht nur für den Backpacking-Rucksack sondern auch für den Daypack ist ein integriertes Regencape empfehlenswert. Alternativ gibt es Regencover in verschiedenen Größen auch einzeln zu kaufen.

Tipp: Da Du ja schon einen großen Rucksack auf dem Rücken hast, kannst Du als Alternative zu einem Daypack-Rucksack auch eine Umhängetasche in Betracht ziehen.

Um beim Packen den Überblick zu behalten und nichts zu vergessen, eignen sich Backpacker-Packlisten. Du kannst sie immer wieder je nach Art des Urlaubs anpassen und wiederverwenden. Fang auf jeden Fall spätestens zwei Wochen vor Abreise an, die Sachen zu besorgen, damit es nicht zu stressig wird.

Hier kannst Du meine ultimative komplette Reisecheck- und Packliste zum Ausdrucken und Ankreuzen kostenlos herunterladen. In der Liste siehst Du auch, welche Reiseutensilien Du auf jeden Fall mitnehmen solltest und welche optional sind.

Viel Spaß beim Packen!

Im nächsten Teil: Erste Hilfe und häufig gestellte Fragen

Im letzten Teil: Die richtige Vorbereitung

Über die Autorin:

Philippinen 2013 0043Felicia reist seit über zehn Jahren als Backpackerin um die Welt und lebt und arbeitet seit 2013 ortsunabhängig. Ihren Blog findest Du unter www.travelicia.de. Hier gibt es jede Menge Tipps rund um das Thema Backpacking und viele Reiseberichte aus aller Welt. Falls Du auf der Suche nach passenden Reisezielen bist, schau Dir doch mal ihre Geschichten über Zugreisen in Indien oder Backpacking auf den Gili Islands an.

 

 

 

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2 Responses to “Backpacking für Anfänger, Teil IV: Rucksack packen”

  1. Nur die Hälfte mitnehmen? Oh je, dann müsste ich ja immer mit halben Hosen und halben Jacken reisen.
    Dass ich zu viel mitnehme, passiert mir zum Glück nie.

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