Backpacking für Anfänger, Teil VI: Quer durch Europa

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Willkommen zur zweiten Hälfte unserer Backpacking-Serie für Anfänger! Nachdem wir uns letzte Woche eine kleine Pause gegönnt haben, geht es jetzt richtig los. Heute und in den nächsten drei Folgen reisen wir durch die Welt. Den Anfang macht im sechsten Teil Europa.

Wo sind wir hier eigentlich?

In Europa liegen so viele Länder so dicht beieinander wie in keiner anderen Region der Welt. Und zumindest für Europäer ist das Reisen durch fast alle diese Länder einfach und unkompliziert. Dein Personalausweis gilt in allen 28 Staaten der Europäischen Union, Grenzkontrollen gibt es keine und Du kannst Dich so lange in einem Staat aufhalten, wie Du möchtest. Aufgrund der Geschichte Europas sind die größeren Städte zweifellos die interessantesten Reiseziele: Lissabon, Madrid, Athen, Paris, London, Prag, Warschau, Stockholm, Wien, Riga – die Liste ließe sich lange fortsetzen.

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Von Ort zu Ort kommst Du am besten mit dem Zug oder mit dem Flieger. Viele günstige Fluggesellschaften fliegen alle großen europäischen Städte an und die Bahnverbindungen sind ebenso zahlreich wie häufig. Das einzige Problem ist das Geld. Nicht überall in der EU gilt der Euro. Unter anderem Großbritannien, Schweden und einige Staaten in Osteuropa haben noch ihre eigene Währung. Umtauschen kann zum Teil teuer sein und wenn Du Pech hast, sitzt Du noch auf einem Haufen Schwedischer Kronen, während Du bereits auf dem Weg nach Finnland bist. Zudem unterscheiden sich die Preise ganz beträchtlich. Grobe Faustregel: Osteuropa ist günstiger als Westeuropa und Südeuropa ist günstiger als Nordeuropa.

Außerhalb der EU erfreuen sich vor allem Länder in Südosteuropa immer größerer Beliebtheit bei Backpackern. Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro, Mazedonien und Kroatien (das seit kurzem Mitglied der EU ist) sind allesamt landschaftlich wunderschön, warm und liegen zum größten Teil an der Adriaküste oder nicht weit davon entfernt. Seit dem Ende des Balkankrieges wächst der Tourismus in all diesen Ländern zügig. Trotzdem sind sie bisher noch Geheimtipps bei Reisenden und gehören auch eher zu den günstigen Ländern.

Die günstigsten Ziele

Niemand wird bestreiten, dass ein Besuch in Paris oder London ein unvergessliches Erlebnis sein kann. Aber die Hauptstädte Westeuropas gehören auch zu den teuersten Reisezielen der Welt, das gilt sowohl für die Übernachtungspreise als auch für Lebensmittel und Sehenswürdigkeiten. In anderen Städten bist Du wesentlich günstiger unterwegs, auch wenn Du hier kein Foto vor dem Eiffelturm oder der Tower Bridge machen kannst. Zu den preiswertesten Zielen gehören unter anderem Bukarest, Belgrad, Riga, Sarajevo und Sofia. Hier kommst Du inklusive Unterkunft oft mit weniger als 20 Euro am Tag aus. Ein wenig teurer, aber mit unter 30 Euro pro Tag immer noch bezahlbar, sind Aufenthalte in Zagreb, Warschau und Budapest.

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Zu den günstigeren Städten in Westeuropa zählen Lissabon, Ibiza und Teneriffa außerhalb der Hauptsaison. Hier kommst Du mit etwa 40 Euro pro Tag aus. Gerade Teneriffa eignet sich zudem für längere Wanderungen und Ausflüge auf die anderen kanarischen Inseln, falls Du genug von Städtetrips in Europa hast. Du kannst sogar mit dem Zelt nach Teneriffa reisen. Wildes Campen ist zwar verboten, aber mit vorheriger Anmeldung ist das Zelten in speziell ausgewiesenen Arealen der Nationalparks auf der Insel kostenlos.

Pilgern

Der Pilgerboom ist zum Glück ein wenig abgeflacht, aber der Jakobsweg in Nordspanien ist trotzdem noch eine beliebte Reiseroute. Du triffst hier vielleicht nicht mehr alle zehn Meter auf deutsche Touristen, die „dann mal weg sind“. Aber leer ist es gerade auf den letzten Kilometern vor Santiago de Compostela in Galicien sicher nicht. Eine bessere Idee ist es, auf einen anderen Abschnitt der sogenannten „Wege der Jakobspilger“ auszuweichen. Die Routen durchziehen ganz Westeuropa, sind zumeist ausgeschildert und Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten und anderen Einrichtungen an der Strecke sind einfach zu finden.

Allgemeine Tipps

  • Falls Du Student bist, nimm auf jeden Fall Deinen Ausweis mit. In vielen Museen und Sehenswürdigkeiten gibt es in den meisten europäischen Großstädten Studentenpreise.
  • Um einen ersten Eindruck von einer Stadt zu bekommen, lohnt sich außerdem ein kurzer Rundgang. Oft werden geführte Touren kostenlos (beziehungsweise auf Trinkgeld-Basis) vom Hostel oder dem lokalen Tourismus-Büro organisiert.
  • In Großstädten – und gerade in den bei Touristen beliebten – gibt es immer Taschendiebe. Pass auf, dass Du Dein Geld und wichtige Papiere immer sicher verwahrst, am besten in einer Innentasche oder mit einem Band befestigt.
  • Schau Dich nach Touristenpässen um! Falls Du länger in einer Stadt bleibst, gibt es oft Zeitkarten für den Nahverkehr und/oder den Eintritt für die Sehenswürdigkeiten, mit denen Dein Aufenthalt wesentlich günstiger wird.
  • Reise nicht zur Ferienzeit! In den meisten Teilen Europas (ja, auch ganz im Norden) ist es auch im Frühling und Herbst schön und warm genug, dass Du ohne Winterklamotten verreisen kannst. Und eine Regenjacke solltest Du sowieso einpacken.
  • Besuch nicht zu viele Museen. Das klassische Museum ist überall in Europa der Ort, um etwas über Geschichte und Kultur zu lernen. Aber Museen sind anstrengend, Du kannst Dir spätestens beim zweiten am selben Tag nichts mehr merken und es gibt zu viele, um sie alle zu besuchen. Schau Dir lieber auch die Umgebung der Städte an und mach einen Ausflug ins Grüne.

Besonderheiten

Die Gepflogenheiten in den europäischen Ländern sind so unterschiedlich wie die Länder selbst. Das heißt, es gibt durchaus einige Gemeinsamkeiten (siehe oben). Trinkgelder werden zum Beispiel nahezu überall gegeben. Aber die Höhe unterscheidet sich stark von Land zu Land. Darüber und über andere kulturelle Eigenheiten solltest Du Dich vor Deiner Reise gut informieren. Wenn Du keine Lust hast, Reiseführer für jedes Land mitzunehmen, kopiere die wichtigen Stellen für jedes Land und stelle Dir Deinen eigenen Guide zusammen.

Hast Du Fragen oder Tipps zum Backpacking in Europa? Dann schreib uns einen Kommentar!

Im nächsten Teil: Work & Travel in Australien

Im letzten Teil: Erste Hilfe

Vielen Dank an ParisSharing und chadmiller für die Bilder von Flickr.

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