Rundgang durch Brighton, Südengland

Gastbeitrag von Jessi von Fernwehundso

London, Oxford, Cambridge – diese drei Städte kamen mir sofort in den Sinn, als ich beschloss, einen Sprachurlaub auf der Insel zu verbringen. Doch dann erzählte mir eine Bekannte von Brighton & Hove und spätestens als ich die vielen tollen Bilder im Internet betrachtete, stand für mich fest: vier Wochen Brighton!

In der Realität war das ca. 250.000 Einwohner große Seebad noch viel schöner und lebendiger als es die Fotos und Erzählungen übermitteln konnten. Ich war sofort hin und weg. Da Brighton nur eine gute Zugstunde von London entfernt und auch auf einer Südenglandtour ein Muss ist, möchte ich euch heute mit auf einen Rundgang durch die bunte, vielfältige Stadt nehmen.

Wir beginnen an der Brighton Station, halten uns links und betreten direkt den Stadtteil North Laine. Hier kommen Fans von Second Hand Mode, Plattensammler und Liebhaber von englischem Kitsch gleichermaßen auf ihre Kosten. Ich liebe es, durch die kleinen Gassen zu schlendern und mich an den bunten Waren satt zu sehen. Kein Shop gleicht dem anderen, wie ihre Besitzer und viele der Kunden sind die kleinen Häuser sehr individuell gestaltet.

Auch für den kleinen Hunger ist gesorgt. Wer mag, kann sich in einem der süßen Cafés niederlassen oder aber er stattet Lick einen  Besuch ab, denn dort gibt es den besten Frozen Joghurt. Das ist natürlich meine ganz persönliche Meinung, doch überzeugt euch selbst…

Auf unserem Weg durch North Laine schlängeln wir uns von der Sydney Street, über Kensington Gardens und die Gardner Street. Von dort machen wir dann einen kleinen Abstecher zum wahrscheinlich extravagantesten Gebäude Südenglands. Der Royal Pavilion ist der Phantasie von George IV. entsprungen und erinnert von außen an einen indischen Palast. Auch von innen kann der Tempel besichtigt werden. Ich ziehe es aber lieber vor, mich im Garten auf eine der Bänke oder direkt auf den Rasen zu setzen und ein wenig zu verschnaufen.

Anschließend suchen wir auf der North Street den Eingang in die Lanes, einen weiteren sehr verwinkelten Stadtteil von Brighton. Hier befinden sich viele Juweliere, vor allem aber zahlreiche Pubs und Clubs, für die Brighton bekannt ist. Sogar die Londoner sollen zum Feiern hierher kommen. Ich habe es ein paar Mal geschafft, in den engen Gassen die Orientierung zu verlieren, doch hinter jeder Ecke gibt es weitere interessante Shops und Häuser zu entdecken.

Wenn wir den Weg zur Ship Street finden, werden wir mit einem Besuch des Süßwarenladens Hardy’s belohnt. Hier findet man immer ein süßes Mitbringsel, beispielsweise eine hübsche Dose mit dem typischen englischen Fudge. Hinter der dunklen Holztheke stapeln sich bunt gefüllte Gläser, die nicht nur Kinderaugen leuchten lassen. Süß geht es auf unserem Weg weiter und zwar durch die Duke Street, in der sich gleich drei Schokoladenshops befinden. Am eindrucksvollsten ist die Schaufensterdekoration des Choccywoccydoodah, denn die teilweise sehr aufwendig gestalteten Figuren sind ausnahmslos aus Schokolade kreiert.

Am Ende der Duke Street befindet sich das Churchill Square Shopping Centre. Hier und auf der nördlich davon verlaufenden Western Road reihen sich weltbekannte Shops aneinander. Wer keine Lust auf den Trubel in den Geschäften hat, geht einmal um das Shopping Centre herum und hält sich südwestlich. Auf diesem Weg gelangt man auf den Regency Square, der von wunderschönen alten Häusern gesäumt ist und den Blick auf das Meer freigibt.

Direkt gegenüber liegt das Skelett des abgebrannten West Pier, das seinen Reiz besonders bei Sonnenuntergang hat. Wir überqueren die Straße und schlendern Richtung Osten an der Seafront entlang. Cafés, Snackbars und Bänke laden auch hier zum Verweilen ein. Wir steuern als nächstes den Brighton Pier an, der sich vor uns in die See erstreckt. Er lockt Groß und Klein mit Fahrattraktionen, einer Spielhalle und Snackständen an; wer in Ruhe den Blick aufs Meer genießen möchte, ist hier falsch.

Als Seebad besitzt Brighton natürlich auch einen Yachthafen. Brighton Marina ist vom Pier aus gut zu Fuß zu erreichen. Wer Bequemlichkeit und Nostalgie schätzt, kann aber auch mit der Volk’s Electric Railway fahren. Sie ist weltweit die älteste noch betriebene ihrer Art. Auch in Brighton Marina steht Entertainment an erster Stelle: Kino, Bowling, Restaurants.

Ich hoffe, euch hat unser kleiner Rundgang durch Brighton gefallen und ihr habt nun Lust, für einen Tagesausflug von London aus oder für eine längere Zeit in das Seebad zu kommen.  Wer ein paar Tage Zeit in Brighton hat, der sollte auch das Umland erkunden und beispielsweise zu den Seven Sisters oder nach Lewes fahren. Tipps hierzu und noch vieles weitere findet ihr auch auf meinem Reiseblog.

Danke an Demi Sakelliou für das Titelbild und an Jessi für die anderen Bilder.

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