Die wahren Reisetrends 2013

Bist Du es leid vor dem Colosseum anzustehen, keine Zulassung ins Annapurna-Gebiet zu bekommen oder die Mona Lisa nicht ohne einen Hinterkopf im Bild photographieren zu können? Wenn Du Dich nach Natur, fremden Kulturen und Einsamkeit sehnst und ein wenig Kolumbus-Gefühl aufkommen lassen willst, dann sind diese Reiseziele was für Dich.

Sei mutig und ignorier die gängigen Reiseziele für das Jahr 2013, wie China oder den Dauerbrenner Spanien. Diese Ziele werden Dir den etwas anderen Urlaubskick geben.

Molwanien

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Dieses Land in Südeuropa ist ein absoluter Geheimtipp für Reisende mit der Lieblingsfarbe rot. Die Flagge ist halb-rot und die Tomate wurde 1993 zum offiziellen Landesgewächs ernannt. Außerdem sind die Spuren der kommunistischen Vergangenheit, vor allem in der Hauptstadt Lutenblag, sichtbar. Auf dem Stadtplatz, der von Meisterwerken stalinistischer Architektur umrandet ist, finden jeden Tag von 5-7 Uhr sowie von 23–1 Uhr Militärparaden statt. Ohrstöpsel nicht vergessen, denn krönender Abschluss sind jeweils 50 Kanonenschüsse!

Ein weiteres Highlight ist der Besuch im Kernreaktor Blowwnoubyll, den Ihr manchmal sogar noch in Betrieb erleben könnt. Die Landschaft um Lutenblag ist karg sowie die Wortgewandtheit der Bewohner. Was Ausländer als verschroben und tumb empfinden können, ist nur anfängliche Schüchternheit. Nach einem Glas Tomatensaft wandelt sich diese in Herzlichkeit und Geschwätzigkeit.

Mehr Informationen zu Molwanien findet Ihr hier

Phaic Tăn

Dieser kleine Inselstaat liegt südwestlich von Vietnam, vor der Küste Kambodschas. Seine präkäre Lage hat ihn zum konstanten Spielball zwischen den beiden südostasiatischen Staaten gemacht. Lange Zeit herrschte Bürgerkrieg. Seit 1999 ist jedoch Schluss damit, da die Militärdiktatur des Generals Hauw Doc seitdem für Ruhe sorgt. Für Eure Sicherheit ist 24 Stunden lang gesorgt: jedes Hostel stellt gratis Wächter vor den Zimmern auf und abends werden die Straßen von der Miliz patroulliert.

Die Hauptstadt Bumpattabumpah im Zentrum der Insel ist einen Besuch wert, jedoch zieht es Besucher an die weißen Sandstrände. Dort kann man prima Treibholz sammeln und über kleine Lavasteine stolpern, die an die vielen Tsunamis und Erdbeben erinnern. Die beste Reisezeit für Phaic Tăn ist vom 5.-7. April und vom 13.-14 November. Diese Tage sind seit Gründung des Staates 1947 immer sonnig gewesen, und stehen sinnbildlich für das „Kingdom of the Golden Tan“.

Mehr zu Phaic Tăn hier.

San Sombrèro

San Sombrero

Zwischen Panama und Costa Rica liegt ein Land, dem viel zu wenig Beachtung geschenkt wird: Democratic Free People’s United Republic of San Sombrèro. So lautet der offizielle Name, der jeden Morgen vor dem Frühstück abgefragt wird. Die Einwohner sind, wie es für Zentralamerika üblich ist, sehr stolz auf ihr Land, weshalb abends vor dem Essen die Nationalhymne gesungen wird. Keine Bange, Gesangshefte gibt es für umsonst bei der Ankunft.

Reisende schätzen vor allem die ungezämte Feierstimmung des Landes. Bei 362 Feiertagen im Jahr, werdet Ihr bestimmt in den Genuss eines Karnevals, Straßenumzugs oder Staatsstreichs kommen. Dabei ist die 3-Tages-Karnevalsfeier noch nicht mit eingerechnet. Geht deshalb sparsam mit Eurem Proviant um, da die Geschäfte an Feiertagen in der Hauptstadt Cucaracha City geschlossen bleiben.

Zur offiziellen Webseite geht’s hier.

Nambutu

Dieses Land in Zentralafrika tritt so langsam aus dem Schatten seiner Nachbarn, Kongo und Uganda, hervor. Hier erfahrt Ihr Tradition und Afrika von seiner wahren Seite. Da das Land im letzten Jahrhundert noch niederländische Kolonie war, ist außerdem der holländische Einfluss noch heute zu spüren. Nambutu ist der zweitgrößte Gouda-Hersteller der Welt.

Außerdem sind typisch holländische Holzclogs aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken, selbst an den Füßen von Anzugträgern. Ein weiterer Exportschlager ist das Grillfleisch. Um ein traditionelles Barbecue werdet Ihr bei Eurem Aufenthalt wahrscheinlich nicht herumkommen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Nambutuaner im Grillen sowas wie die Weltmeister sind (sorry Südafrika!)

Bereits morgens liegt der Duft von Fleisch in der Luft, die Gluthitze der Grillstelle und der aufsteigende Rauch wird Euch sanft aus den Träumen reißen. Mittags und abends wird ebenfalls Gegrilltes aufgetischt, vor allem die gebratenen Nashornflügel gelten als Delikatesse unter den Einheimischen. Vegetarier sollten zwischen dem 15. Dezember und dem 1. Januar nach Nambutu reisen, denn dann werden die Feuer durch Monsoon-ähnliche Niederschläge lahmgelegt. Ganz auf Fleisch müsst Ihr aber nicht verzichten: Recycling wird in der Hauptstadt Bimbala großgeschrieben, weshalb ‚road kills‘ auf dem Speiseplan stehen.

Sandy Islands

Sandy Islands

Und es gibt sie doch! Erst kürzlich wurde in den Nachrichten berichtet, dass es diese Inseln gar nicht geben soll. Wie wir aber wissen, war dies nur ein kleverer Streich des Sandy Tourism Boards, um einen Besucheransturm zu stoppen, bevor der überhaupt losgetreten werden konnte.

Satellitenbilder konnten die Inseln im Pazifischen Ozean nicht einfangen. Die schwarzen Vulkanstrände sowie die brandgerodeten Felder werden, wie Schiffe im Bermuda Dreieck, einfach verschluckt. Die Sandy-Islander freut’s. Denn die kehren aller Zivilisation lieber den Rücken zu und schwören auf bewährte Hausmittel. Hier könnt Ihr Detox machen, ohne dafür zahlen zu müssen. Bei der Ankunft erhaltet Ihr einen Eimer und Kamillentee.

Leider kochen die meisten Hostels hier nur mit Wasser. Als Vorspeise werden gegrillte Frösche und Insekten gereicht, für den Hauptgang ist jeder Gast selbst verantwortlich: mit einem langen angespitzten Stock lernt Ihr so auch die Unterwasserwelt der Insel kennen. Ein echtes Paradies für jeden Jäger und Sammler.

Danke an familymwr, blackplastic, Jason Pratt und Horia Varlan für die Bilder von Flickr.

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