Inseln im Nirgendwo – Rapa Nui, die Osterinsel

Inseln im Nirgendwo“ sind nur schwer und auf Umwegen zu erreichen. Manche davon wirst Du nie sehen, andere vielleicht. Die Reise wird aber auf keinen Fall einfach und direkt. Oft, aber nicht immer, geht es über Wasser, denn unsere Inseln im Nirgendwo liegen nicht nur im Ozean, sondern an allen möglichen abgelegenen Orten der Welt.

Osterinsel Rapa Nui Maoi

Fünfzehn Freunde müsst ihr sein.

Reiseziel: Rapa Nui, die Osterinsel

In welche Richtung geht es? Die erste Vermutung: von Deutschland aus grob auf die andere Seite der Erde. Da liegt aber ungefähr Neuseeland, von wo aus es nochmals eine ganze Strecke Richtung Osten und über die Datumgrenze geht. Erstaunlicherweise heißt das, dass die Osterinsel ziemlich genau auf der anderen Seite des Erdballs von Indien aus liegt.

Und wo liegt das? Je nachdem, welches Jahr wir haben, natürlich drei bis vier Monate von der Weihnachtsinsel entfernt! Das stimmt sogar, vorausgesetzt Du kannst 120 bis 160 Kilometer am Tag schwimmen. Denn die Osterinsel liegt ganz allein im Südpazifik, über 3.500 Kilometer von der chilenischen Küste entfernt. Die nächste bewohnte Insel in der Nähe ist Pitcairn*, und die liegt auch über 2.000 Kilometer weit weg.

Wie kommt man hin? Ein paar Mal die Woche fliegt ein Flugzeug von Santiago de Chile aus viereinhalb Stunden Richtung Westen und wenn der Pilot sich nicht verschätzt, kommt dann die Osterinsel in Sicht. Alternativ geht es über Tahiti, der Flug dauert allerdings sechs Stunden.

Osterinsel Rapa Nui Maoi

Bitte nicht ins Gesicht treten! (Gilt auch überall anders auf der Welt.)

Was war oder ist da los? Ein ganzer Haufen spannender Dinge! Die Osterinsel ist das Musterbeispiel für den Aufstieg und Fall von Zivilisationen, weil sie so weit ab vom Schuss liegt und ganz ohne äußere Einflüsse beides erlebt hat. Bis zur Hälfte des 17. Jahrhunderts gab es eine komplexe Gesellschaft aus zehn verschiedenen Stämmen, die über verschiedene Teile der Insel herrschten. Sie betrieben Landwirtschaft, Fischerei und bauten monumentale Steinfiguren. Ab dem 14. Jahrhundert intensiviert, es folgten Stammesfehden, Raubbau und Kannibalismus. Die Monumente wurden umgeworfen, einheimische Tierarten durch Jagd ausgerottet und alle Bäume der Insel gefällt. Ausnahmsweise waren nicht die Europäer Schuld, die erreichten die Osterinsel erst später. Im Jahr 1877 lebten hier nur noch 111 Menschen, zu Zeit der größten Kulturblüte waren es über 10.000.**

Was gibt’s zu sehen? Hauptsächlich die Moai, kolossale Steinstatuen, deren Fertigung und Positionierung angesichts der desolaten Verhältnisse, die auf der Insel herrschten, als die ersten Europäer sie besuchten, unerklärbar waren. Offiziell stehen noch 887 dieser Statuen und blicken landeinwärts auf die Osterinsel. Ursprünglich waren es einmal mehr als 1.000. Alle zeugen von hochentwickelter Handwerkskunst und sind Teil von größeren Zeremonialanlagen. In Sachen Flora und Fauna gehört die Osterinsel – auch aufgrund des Raubbaus – zu den kärgsten Inseln im Südpazifik. Aber auch das birgt heutzutage eine gewisse Schönheit.

Osterinsel Rapa Nui Maoi

Mann mit Hut.

Lohnt sich das? Ja, falls Du hinkommst auf jeden Fall. Die Osterinsel ist so abgelegen, dass sie kaum auf irgendeiner Reiseroute liegen dürfte. Trotzdem ist der Tourismus heute für die Inseleinwohner eines der wirtschaftlichen Standbeine und Du kannst die Sehenswürdigkeiten mit dem Geländewagen, zu Pferd oder zu Fuß erkunden.

*Auf jeden Fall ein Eiland, dessen Besuch man sich sparen kann, aber das ist eine andere Geschichte.

**Für Interessierte: eine gut dargestellte Theorie und Zusammenfassung über die Ereignisse findet sich in Jared Diamonds Buch „Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen

Danke an David Berkowitz und Arian Zwegers für die Bilder von Flickr.

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