Inseln im Nirgendwo – St. Helena

Willkommen zu „Inseln im Nirgendwo„. Hier stellen wir Dir in loser Folge Reiseziele vor, die nur schwer und auf Umwegen zu erreichen sind. Manche davon wirst Du nie sehen, andere vielleicht schon. Die Reise wird aber auf keinen Fall einfach und direkt. Oft, aber nicht immer, geht es über Wasser, denn unsere Inseln im Nirgendwo liegen nicht nur im Ozean, sondern an allen möglichen abgelegenen Orten der Welt. Viel Spaß bei dieser kleinen Reise im Kopf!

Wolkendecke über dem Atlantik. Darunter: St. Helena

Wolkendecke über dem Atlantik. Darunter: St. Helena

Reiseziel: St. Helena

In welche Richtung geht es? Von Deutschland aus grob nach Süd-Süd-West, für ungefähr 8.600 Kilometer.

Und wo liegt das? Im Südatlantik etwa auf der Höhe von Rio de Janeiro und Namibia und ziemlich genau in der Mitte zwischen Südamerika und Afrika.

Wie kommt man hin? Nur per Schiff, obwohl die Inselbewohner einen Flughafen planen. Einige Kreuzfahrtschiffe verirren sich in die Gegend, obwohl das eine recht öde Fahrt sein muss, von wo auch immer die Ozeanriesen herkommen. Denn um Sankt Helena herum ist nur Wasser. Viel Wasser. In alle Richtungen.

Was war oder ist da los? Bis zum 16. Jahrhundert überhaupt nichts, denn die Insel war aufgrund ihrer Abgeschiedenheit und steilen Küsten lange Zeit unbewohnt. Die britische Regierung verbannte den französischen Kaiser Napoleon I. nach dessen Niederlage in der Schlacht bei Waterloo 1815 auf die Insel, wo Napoleon sechs Jahre später starb. Wahrscheinlich wählten die Briten die abgelegene Insel, da Napoleons erstes Exil auf Elba im Mittelmeer nicht sehr lange dauerte.

Longwood House St. Helena

Hier starb Napoleon. Aber hier ruht er nicht.

Später erwarb der französische Staat Napoleons Domizil auf St. Helena, wo seither ein französischer Konsul residiert und wahrscheinlich nicht viel mehr tut als ein paar Mal am Tag aufs Meer zu blicken. Die Insel selbst ist weiterhin Britisches Überseegebiet. Später suchten noch zwei Zulukönige aus Südafrika zeitweise Zuflucht auf St. Helena, aber das war es dann auch mit der Bedeutung der Insel.

Was gibt’s zu sehen? Immerhin etwas über 4.000 Menschen leben auf der Insel, die meisten in Half Tree Hollow, einem Vorort der Hauptstadt Jamestown. Die können auf den 818 Meter hohen Diana’s Peak steigen oder sich das Museum ansehen, das in Longwood House eingerichtet wurde, dem letzten Wohnort Napoleons. Außerdem gibt es einen weiteren „Berg“, Halley’s Mount, auf dem der britische Astronom Edmund Halley einige Jahre lang ein Observatorium betrieb.

St. Helena Jamestown

Jamestown, nicht das in Nordamerika.

Lohnt sich das? Nicht wirklich. Wir haben nichts gegen die Insel, aber hier droht schnell Langeweile. Nicht einmal Napoleons Grab ist auf St. Helena, seit sein Leichnam 1840 zurück nach Frankreich gebracht wurde. Und im Internet kannst Du Dir die Zeit auch nicht vertreiben, denn das ist hier schweineteuer und hat nur Schneckentempo.

Danke an NASA, Michel Dancoisne-Martineau und Andrew Neaum für die Bilder.

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