Kolumne: Hostel California – "New York, New York"

Wenn nicht über die Liebe gesungen wird, dann wird über die Orte gesungen, an denen man sie finden kann. Aber ist es dort wirklich so schön und romantisch, wie uns die Zeilen und Reime weismachen wollen? Wir stellen euch in unserer Kolumne „Hostel California“ die am häufigsten besungenen Reiseziele vor und geben euch gleich ein paar Tipps für euren Trip dorthin mit. Heute: New York City.

broadway_Broadway Tour

Wer an New York denkt, hat sofort Frank Sinatras Stimme im Ohr. „If I can make it there, I’ll make it anywhere“, heißt es in „New York, New York“, ursprünglich von Liza Minelli in dem gleichnamigen Musicalfilm gesungen. Aber Sinatras Version ist zweifellos die bekanntere und im Laufe der Jahre zu New Yorks inoffizieller Hymne geworden. Auch wenn Du nur zu Besuch im Big Apple bist und keine größeren Aspirationen hast, es hier zu etwas zu bringen, ist der Song die perfekte Titelmelodie. Musik ist in New York sowieso überall, aber hauptsächlich am Broadway, wo es mehr Theaterstücke und Musicals gibt, als ein Mensch im Jahr sehen kann.

Billys große Liebe

Billy Joel erkannte, dass der Broadway die Lebensader New Yorks ist und als solche vielleicht noch wichtiger für die Stadt als die ganzen anderen Sehenswürdigkeiten. In seiner apokalyptischen Zukunftsvision „Miami 2017“ beschreibt er den „Tod“ New Yorks mit den Worten „Seen the lights go out on Broadway“. Der Hintergrund war, dass es mit New York in den 70er-Jahren tatsächlich bergab ging. Die Stadt war pleite, ganze Viertel verwahrlosten und die Kriminalitätsrate stieg auf ein Allzeithoch. 1977 fiel der Strom in der Stadt für 25 Stunden aus, es kam zu Plünderungen und Bränden. Das war der Tiefpunkt, den auch Lou Reed in „Walk On The Wild Side“ besang.

Zum Glück waren die New Yorker immer auch stolz auf ihre Stadt. Und Joel steht auch dabei ganz an der Spitze. Irgendwie scheinen alle seine Songs zumindest in New York zu spielen. Zu „Uptown Girl“ oder „The Entertainer“ kannst Du wunderbar durch die Stadt schlendern und falls Du angesichts der überwältigenden New Yorker Gigantomanie noch nicht richtig in Stimmung bist, leg einfach „New York State Of Mind“ auf.

nyjazz_aurélien

Geht’s auch etwas neuer?

Im 21. Jahrhundert wird natürlich auch über New York gesungen. Jay Zs „Empire State Of Mind“ ist nicht nur wegen seiner ohrwurmigen Melodie ein Hit. Der Refrain „I’m from New York / These streets will make you feel brand-new / Bright lights will inspire you“ ist auch eine Antwort auf Sinatras „If I can make it here“ und Billy Joels Untergangs-Szenario. Die Beastie Boys haben New York mit „To The 5 Boroughs“ gleich ein ganzes Album gewidmet, das die Stadt nach den Terrorangriffen am 11. September 2001 portraitiert. „An Open Letter To NYC“ ist natürlich ein Liebesbrief. Oh, und „No Sleep ‚Til Brooklyn“ mag zwar wieder ein bisschen älter sein, darf aber in keiner Songliste über New York fehlen.

New York ist hip und zeitlos zugleich. Jazz, Rock, Hip Hop, Pop, Swing, Punkrock und viele andere Musikstile existieren hier nicht nur nebeneinander, sondern auch, äh, übereinander. So kommt unter anderem der erste große Crossover-Hit, Run DMCs Version des Aerosmith-Songs „Walk This Way“ natürlich aus New York. LCD Soundsystem, Darwin Deez, The Strokes, Interpol, Scissor Sisters und Vampire Weekend sind nur ein paar der jüngeren Bands aus dem Big Apple.

Vertonte Straßenkarte

Besonders beliebt als musikalische Inspiration sind die Straßen New Yorks, und das, obwohl deren Namen doch eigentlich eher nichtssagend sind. Von der „11th Street“ bis zur 88 Christopher Street“ ist alles dabei, natürlich auch die bekannteren Straßen wie der bereits erwähnte Broadway, das Shopping-Paradies um die Fifth Avenue und die 42nd Street, der gleich ein ganzer Musicalfilm gewidmet ist (womit wir wieder beim Anfang und ganz weit in der Vergangenheit wären).

Zur musikalischen Stadtkarte von New York gehören auch ein paar der berühmtesten Clubs der Welt, wie zum Beispiel das Studio 54 (in dem mittlerweile ein Theater untergebracht ist), das CBGB, in dem der New Yorker Punkrock quasi erfunden wurde und ein paar der berühmtesten Jazzclubs der Welt. Ein Besuch im Blue Note (131 West 3rd Street, Greenwich Village) oder im Birdland (315 West 44th Street, Manhattan) ist sicher ein unvergessliches Erlebnis.

carnegiehall_Paul Lowry

Nicht unerwähnt bleiben sollte auch die vielleicht berühmteste Konzerthalle der Welt, die Carnegie Hall (881 Seventh Avenue, Manhattan), die von dem Philanthropen Andrew Carnegie gestiftet wurde und für ihre exzellente Akustik bekannt ist. Hier werden sowohl klassische Konzerte und Jazz, aber auch Pop- und Rockmusik. Neil Young spielt hier genauso wie der Pianist Lang Lang oder die Wiener Philharmoniker. Zum Schluss noch ein kleiner Musiktipp: In der Carnegie Hall wurde auch eines der besten Jazzalben aller Zeiten aufgenommen, nämlich „At Carnegie Hall“ vom Dave Brubeck Quartett, deren „Take Five“ eines der berühmtesten Jazzstücke der Welt ist.

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Vielen Dank an Broadway Tour, aurélien, Boston Public Library und Paul Lowry für die Fotos von Flickr.

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