Made in Dresden

Gastbeitrag von Fräulein Kerstin von Stadt(ent)führungen Dresden

Ein Merkmal des Dresdners ist seine Erfindungslust. Ob künstliches Mineralwasser, Büstenhalter, Tubenschuhcreme, Lodenmantel, Filterzigarette, Spiegelreflexkamera, Tonband, Bierdeckel, Milchschokolade, Rattengift, Teebeutel, Kaffeefilter, Odol-Mundwasser oder die erste europäische Zahnpaste mit Namen Chlorodont – all diese praktischen Dinge entstammen der schönen Residenz an der Elbe.

Damit nicht genug, erfindet der Dresdner liebend gern Eigennamen. Die er dann besonders prägnanten Gebäuden verleiht. Eine Macke, die bis auf das Barockzeitalter zurückgeht, wo beispielsweise im Areal des heutigen Zwingers ein kleines hölzernes Theater den klangvollen Beinamen „Holzoper“ verliehen bekam. Charmant was? Und doch gar nichts gegen die ehemalige barocke Spielstätte der italienischen Theaterfamilie Moretti.

Selbige, elbnah am Theaterplatz gelegen, erhielt auf Grund ihrer Mauerfeuchte die äußerst schmeichelhafte Bezeichnung „Schimmelpastete“. Lecker.

Auch nicht viel besser: Als Sempers erste Oper abbrannte und die theaterbegeisterten Dresdner sich notgedrungen um die Ecke ein Holzinteriem zimmerten, hieß dieses unglamouröse Haus im Volksmund nur „Die Bretterbude“. So geht das bis in die heutige Zeit. Das Finanzamt ist logischerweise die „Raubritterburg“, die ehemalige Zigarettenfabrik im Orient-Style schlichtweg die „Lungenkrebskathedrale“, das ringelrunde Fahrkartenhäuschen auf dem Postplatz die „Käseglocke“ und die geriffelte Glasüberdachung der Kunstakademie-Ausstellungsräume die „Zitronenpresse“.

Auffällig; die starke Affinität der Dresdner zum Essen. Aber wehe, wenn es nicht schmeckt! Ein in den 60ern errichtetes Gebäude am Postplatz, welches zu DDR-Zeiten ein schlimmes Selbstbedienungslokal beherbergte, wurde rigeros zum „Der Fresswürfel“ degradiert. Heftiger traf es nur eine Gastwirtschaft am ehemaligen Fucikplatz, wo es hygienisch so schlimm bestellt war, dass selbst dem hartgesottensten Dresdner das Alubesteck aus der Pfote fiel. Die Pinte schimpfte sich im Volksmund „Der drecksche Löffel“.

Und hier gibts noch ein paar Tipps für einen Besuch in der Dresdner Neustadt und für günstige Hostels in Dresden.

Stadt(ent)führung Dresden mit Frl. Kerstin – Mit Witz & Wissen durch Dresden Kultur, Geschichte, Tradition und Leben: http://www.stadtfuehrung-dresden.de/

Danke an saturn ♄ für das Bild von Dresden.

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