Sehenswürdigkeiten: Barcelona und der Jugendstil

Für viele ist Barcelona synonym mit Gaudí und Sagrada Familia und Park Güell stehen zu Recht auf den Listen sämtlicher Barcelona-Touristen. Und am Passeig de Gràcia kann man die volle Pracht des katalanischen Jugendstils (oder auch Catalan Modernisme) erleben und man erkennt die spezielle Beziehung zwischen Barcelona und Design. Denn bei diesen weltbekannten Sehenswürdigkeiten war nicht nur Gaudí am Werk, sondern auch andere bekannte Architekten wie  Josep Puig i Cadafalch und Lluis Domènech i Montaner. Zur Jahrhundertwende war es für viele reiche Bürger das Nonplusultra, sich eine Stadtresidenz bauen zu lassen oder, wenn man schon eine besaß, diese architektonisch ein bisschen aufzumotzen. So wie es aussieht hat hier ein regelrechtes architektonisches Wettrüsten stattgefunden, denn eine prunkvolle Hütte reiht sich an die nächste.

Der „Unharmonische Block“ am Passeig de Gràcia

Nicht immer sind die Gebäude von den Zeitgenossen so gut aufgenommen worden, nach dem Motto „Geld kann einem auch keinen Geschmack kaufen“. Wer hätte denn auch gedacht, dass der Jugendstil eines Tages für den Tourismus so wichtig wird! Es gibt sogar einen Block, der „der unharmonische Block“ genannt wird – Manzana de la discordia – weil hier drei völlig unterschiedliche Baustile (von unterschiedlichen Architekten) aufeinandertreffen.

Casa Batlló, Passeig de Gràcia 43

Eines der vielen Gaudí-Juwele und wahrscheinlich das meist fotografierte Gebäude entlang des Boulevards. An dieser Sehenswürdigkeit muss man einfach mal vorbeischauen, denn die Fassade ist mehr als nur ungewöhnlich: alle möglichen Blau- und Grüntöne und Formen, die an eine Geisterbahn erinnern. Was die wenigsten wissen: es erzählt eine Legende, nämlich die vom Heiligen Georg, Schutzpatron von Katalonien und Kämpfer gegen einen Drachen. Die Schuppen des Drachen findet man in den Dachziegeln wieder, das Kreuz auf dem Dach ist die Lanze des Hl. Georg und die Balkone, die an Totenköpfe erinnern, stehen für die Opfer des Drachen. Und das Maul des Drachen kann man in der Galerie im ersten Stock sehen.

Casa Amatller, Passeig de Gràcia 41

Gleich nebenan geht es mit dem Drachenmotiv weiter, aber völlig anders. Wie eine Mischung aus Tausend und einer Nacht und Neugotik! Fliesen prallen auf Treppengiebel, Skulpturen von Drachen und andere Fabelwesen auf einen Fotographen, aber trotzdem passt alles doch zusammen und beeindruckt. Passend zu dieser Stilvielfalt ist im Gebäude eine Bibliothek für spanische Kunst untergebracht. Ein Werk des Architekten Josep Puig i Cadafalch.

Casa Lleó-Morera, Passeig de Gràcia 35

Wie die anderen beiden Gebäude auch ein Umbau und stammt eigentlich schon aus dem Jahr 1864. 1902 wurde Lluis Domènech i Montaner mit der Umgestaltung beauftragt. Während des Bürgerkriegs ist das Gebäude allerdings beschädigt worden. Deshalb fehlen ein paar der Originalstatuen. Ansonsten allerdings trotzdem ein Prachtbau mit Blätter- und Blütenornamenten.

Der Vorzeige-Gaudi im Stadtzentrum von Barcelona

Casa Milà la Pedrera, Passeig de Gràcia 92

Eines der typischsten Bauten des katalanischen Jugendstils. Der reiche Bürger Pere Milà hat es Gaudí in Auftrag gegeben und ausdrücklich gesagt, dass er das auffälligste und spektakulärste Gebäude der Gegend haben möchte. Das ist ihm geglückt, denn die Fassade mit ihren vielen Kurven, die fast wie von Traumlandschaften inspirierten Schornsteine und Fenster sind einfach ungewöhnlich. Natürlich hat man sich über das Gebäude lustig gemacht und es als Neubau kritisiert, aber inzwischen hat es die UNESCO zum Welterbe erklärt. Das hätte Pere Milà gefreut…

Sehenswürdigkeiten in anderen Stadtteilen von Barcelona

Palau de la Música Catalana, Palau de la Música 4-6

Nicht auf dem Passeig de Gracia, aber man will ja sowieso noch mehr von der Stadt sehen. Ein Palast von Domènech i Montaner, der von Anfang an als Musikpalast konzipiert worden ist. Von Außen imposant mit skurrilen Farben- und Formkombinationen und von Innen noch mehr: Mosaikfenster, Fliesen, Skulpturen und Glas. Die Detailarbeit ist überwältigend. Führungen gibt’s ab 12 € aber auf jeden Fall die Karten lange im Voraus buchen!!

Falls euch dieser Blogpost gefallen hat schaut euch mal unseren Beitrag über die besten Design Hostels in Barcelona an. Bei diesen geschmackvollen First-Class-Herbergen bleibt euch sicherlich die Spucke weg!

Bilder: Danke an Hildeborg, Gill Rickson, prilfish, ginsnob, brenski

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