Wüstentour durch die Wüste Gobi

Daniela Konefke, Autorin des Reise-Ratgebers „Einmal im Leben mutig sein“, hat uns bereits mehrmals an Ihren Erfahrungen auf Reisen Teil haben lassen. Dieses Mal hat Daniela bei einer Wüstentour durch die Wüste Gobi mitgemacht.

Die Wüste Gobi erstreckt sich über eine Fläche von 2 Millionen Quadratkilometern und gilt damit als fünftgrößte Wüste der Welt. Etwa 15% des Staatsgebietes der Mongolei einfallen auf die Gobi. Sie lässt sich am besten im Rahmen einer Tour erkunden. Ausgangspunkt ist Ulaanbaatar. Hostels und Gasthäuser in der Hauptstadt organisieren den 9-tägigen Ausflug, in der Regel reisen 5 Backpacker in einem Jeep mit Fahrer und, auf Wunsch, Übersetzer. Die Reise führt durch unberührte Berglandschaften, einsame Steppe, Sanddünen und zu bizarren Felsgebilden.

Nachdem wir am Morgen des ersten Tages unseren Fahrer kennengelernt haben und das Gepäck verstaut ist, geht es in Richtung Gobi. Bevor wir Ulaanbaatar endgültig verlassen, werden zunächst zahlreiche Stopps für letzte Besorgungen und Besuche bei Bekannten des Fahrers eingelegt. Gleich hinter der Hauptstadt beginnt die mongolische Grassteppe, die uns einen ersten Eindruck von der Weite des Landes vermittelt. Die Mongolei ist viereinhalb Mal so groß wie Deutschland, wird aber lediglich von 2,75 Millionen Einwohnern bewohnt und ist somit das am dünnsten besiedelte Land der Welt. Der Boden ist kaum für den Ackerbau geeignet, betrieben wird hauptsächlich nomadische Viehwirtschaft.

Wüstentour GobiUnseren ersten Stopp legen wir an einem “Ovoo” ein. Die Steinhaufen mit blauen Bändern sind auf nahezu allen Passhöhen zu finden. Nach altem Brauch wird die Kultstätte von Reisenden dreimal umrundet, damit die Erdgötter positiv gestimmt werden und die Reise gelingt.

Unsere Fahrt führt weiter durch Steppe und Hügellandschaften. Nur etwa 4% der Straßen in der Mongolei sind befestigt, die restlichen Wege sind Naturpisten mit vielen Unebenheiten. Wir werden deshalb in unserem Jeep ziemlich durchgeschüttelt. Zum Lesen kommt während der Fahrt jedenfalls niemand.

Die Nacht verbringen wir bei einer Nomadenfamilie in einer Jurte. Bei dieser traditionellen Wohnstätte der Mongolen handelt es sich um ein rundes Zelt, umgeben von einer oder mehreren Lagen eines schafwollenen Filzes und einem weißen Tuch. In der Mitte der Jurte steht ein Herd, der sowohl zum Kochen als auch zum Heizen dient. Das Leben in der Jurte ist auch in den Städten weit verbreitet. Über 60% der Bevölkerung wohnen nach wie vor in Jurten.

Jurten sind traditionelle Wohnstätten

Den zweite Tag verbringen wir fast ausschließlich im Jeep. Gegen Mittag steht ein Besuch bei einer weiteren Nomadenfamilie auf dem Programm. Nach alter Nomadentradition dürfen ermattete Reisende die Jurte jederzeit betreten, auch wenn die Familie bei der Herde ist. Ebenso selbstverständlich ist, dass sich Reisende von den bereitgestellten Speisen und Getränken selbstständig bedienen.

Am dritten Tag gelangen wir in den Gobi Gurvan Saikhan Nationalpark. Hauptattraktion des Parkes ist Yoliin Am, die Lämmergeierschlucht. Auf 2000 Metern Höhe, umgeben von 3000 Meter hohen Bergen, findet man in der tief eingeschnittenen engen Schlucht selbst im Hochsommer Eis. Außerdem können wir Bartgeier, Bergziegen und seltene Pflanzen beobachten.

Am vierten Tag gelangen wir zu den Khongoriin Els Sanddünen. Die Dünen sind bis zu 200 Meter hoch und erstrecken sich auf eine Länge von über 150 Kilometern. Am Abend beobachten wir den Sonnenuntergang über den Dünen und am nächsten Morgen erklimmen wir diese mit Kamelen.

Am Nachmittag gelangen wir zu den “Flaming Cliffs” von Bayanzag. Das Gebiet wurde durch die Funde von Fossilien bekannt. Die Mongolei gilt als das Land mit den weltweit besten Dinosaurier-Fundstellen. Sensationell waren damals die ersten Funde von Dinosaurier-Eiern, da diese belegten, dass Dinosaurier wie Vögel Eier gelegt haben.

Flaming Cliffs in der Wüste GobiAm sechsten Tag haben wir die Gelegenheit, das größte Volksfest der Mongolen zu besuchen. Das “Naadam” findet jährlich vom 10. Bis 13. Juli statt. Das größte Nadaam Fest findet in Ulaanbaatar statt, aber andere Städte feiern das Fest ebenso in kleinerem Umfang. Das Naadam-Fest ist hauptsächlich eine Sportveranstaltung, bei der sich die Teilnehmer in den drei traditionellen mongolischen Sportarten Pferderennen, Ringkampf und Bogenschießen messen.

An Tag 7 gelangen wir ins Orkhon Tal. Am Nachmittag wandern wir am Ufer des Orkhon Flusses entlang und schwimmen in einem nahegelegenen Wasserfall.

Später besteht Gelegenheit zum Pferdereiten. Mongolische Pferde zeichnen sich durch niedrigen Körperbau und einen großen Kopf aus. Trotz ihrer geringen Größe hören es die Mongolen gar nicht gerne, wenn ihre Pferde als „Ponys“ bezeichnet werden. Die Pferde dienen als Reittiere bei der alltäglichen Arbeit der Nomaden sowie bei Pferderennen und liefern Milch für das Nationalgetränk Airag, gegorene Stutenmilch.

Am nächten Tag erreichen wir Karakorum. Die Stadt war im 13. Jahrhundert 30 Jahre lang Hauptstadt der Mongolei. Hier besuchen wir die Klosteranlage von Erdene Zuu. Das Kloster war das älteste und zugleich größte buddhistische Kloster in der Mongolei.

Leider ist es nun auch schon an der Zeit, die Rückreise nach Ulaanbaatar anzutreten. Auf dem Weg machen wir Bekanntschaft mit einem Falkner. Falken werden in Zentralasien seit über 3500 Jahren für die Jagd eingesetzt. Gejagt werden unter anderem Füchse, Hasen und Wölfe.

Danke an Daniela Konefke und robertpaulyoung für die Bilder.

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