5 Gründe Schottland im Winter zu erleben

Edinburgh AltstadtSchottland im Winter? Jana von Sonne & Wolken zeigt Dir, warum sich eine Reise auch in der kalten Jahreszeit lohnt.

Weihnachten ist vorbei, der Sommerurlaub scheint noch in weiter Ferne und das Wetter draußen ist auch kein wirklicher Stimmungsaufheller: Was ist da besser als für ein verlängertes Wochenende dem Alltagstrott zu entfliehen.

Genau das dachte ich mir auch, als ich Ende Januar in den Flieger stieg. Doch statt Lissabon, Barcelona und Co, die im Januar schon teilweise mit frühlingshaften Temperaturen locken, geht es für mich nach Edinburgh. Trotz Schneeregen, eisigem Wind und kurzer Tage habe ich die Entscheidung nie bereut. Welche fünf Gründe für eine Reise nach Schottland im Winter sprechen, verrate ich euch im Folgenden:

1. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung

Jana von Sonne und WolkenWas willst du denn in Schottland im Winter? Das war die Antwort der meisten Leute, denen ich von meiner geplanten Reise nach Edinburgh Ende Januar erzählte. Und auch ich fragte mich tatsächlich, was ich mir dabei bloß gedacht hatte, als mich Edinburgh an meinem Anreisetag mit feinstem Schneeregen empfing.

Doch schlechtes Wetter gehört zu Schottland ebenso dazu wie Schafe und Dudelsäcke. Was die Jahreszeiten betrifft, zeichnet sich Schottland durch eher kühle Sommer und milde Winter aus. Der Golfstrom sorgt dafür, dass die Temperaturen auch im Winter selten unter den Gefrierpunkt sinken. Gegen den eisigen Wind hilft nur die passende Kleidung, möglichst im Zwiebelprinzip.

Grundsätzlich gilt: so schnell wie der Regen gekommen ist, so schnell ist er auch verschwunden. Und so versöhnte uns Edinburgh am zweiten Tag mit ganztägigem Sonnenschein und strahlend blauem Himmel.

2. Kostenlose Museen in Edinburgh

Edinburgh SchlossEdinburgh hat kulturell jede Menge Highlights zu bieten. Die Royal Mille, das Edinburgh Castle sowie zahlreiche Kirchen und Museen locken Besucher aus aller Welt in die nicht mal 500.000 Einwohner große schottische Hauptstadt.

So wundervoll es ist bei schönem Wetter durch die alten Straßen zu streifen, so ungemütlich wird das ganze bei strömendem Regen. Und wird man von diesem verschont, sind die Füße im Winter spätestens nach zwei Stunden im Freien Eisklumpen oder die frühe Dämmerung bricht bereits hinein. Wer Kälte, Dunkelheit oder Regen entfliehen und doch kulturell etwas erleben möchte, für den bieten sich die zahlreichen Museen an, die größtenteils sogar kostenlos besichtigt werden können.

Die National Gallery of Scotland zum Beispiel  beherbergt eine umfangreiche Kunstsammlung mit Werken unter anderem von Rembrand, Rubens, Van Gogh und Botticelli, welche kostenlos besichtigt werden kann. Oder das schottische Nationalmuseum Chambers Street, das seit 1998 zu einem Rundgang durch die Geschichte Schottlands einlädt – ebenfalls völlig kostenlos.

Für Literaturliebhaber bietet sich ein Besuch im Writers Museum an, welches den drei bedeutendsten Schriftstellern und Dichtern des Landes gewidmet ist: Robert Burns, Walter Scott und Robert Louis Stevenson. Es gibt also genug Möglichkeiten, sich wetterunabhängig in Edinburgh zu beschäftigen.

3. Winterwonderland in den Highlands

HighlandsGrüne Hügel, weite Täler und eine raue, unberührte Natur: genau so stellt man sie sich vor, die Highlands, die bei so ziemlich jeder Schottlandreise auf dem Programm stehen. Doch auch im Winter sind die schneebedeckten Highlands einen Besuch wert.

In einem Tal – oder wie der Schotte sagt glen – liegt Schnee soweit das Auge reicht, im nächsten präsentieren sich das schottische Hochland genau so wie man es sich vorstellt: grüne Wiesen, rote Heidefelder, weite Seen und nur noch die weißen Gipfel der Berge erinnert daran, dass es gerade Mitte Januar ist.

Möchte man sich nicht auf eigene Faust per Mietwagen in das Getümmel stürzen, gibt es zahlreiche Busunternehmen die Highlandtouren anbieten – von Tagestrips bis zu Wochentouren ist so ziemlich alles möglich. Obwohl ich nur vier Tage in Edinburgh verbrachte, war sofort klar, dass einer davon ins Hochland führen sollte.

4. Schottische Pubkultur

Haggis_sobolevnrmWas gibt es schöneres als einen rauen stürmischen Tag gemütlich in einem der Pubs ausklingen zu lassen, für die Edinburgh so berühmt ist. Fast an jeder Ecke gibt es einen. Besonders beliebt sind die Pubs am Grassmarket, auf dem früher der Vieh- und Getreidemarkt stattfand.

Urige Einrichtung, eine entspannte Atmosphäre, traditionelle Musik zeichnet das „zweite Wohnzimmer“ der Schotten aus. Es gibt eine riesige Auswahl von Biersorten. Aber auch wer auf der Suche nach einem verhältnismäßig preiswerten Abendessen ist (Essengehen ist in Schottland generell sehr teuer) wird hier fündig.

Neben internationalen Klassikern stehen auch ein paar schottische Spezialitäten auf der Speisekarte, wie zum Beispiel haggis. Das eigenwillige schottische Nationalgericht besteht aus Lamminnereien, die im Schweinedarm (heute künstlich) mit Zwiebeln und Hafermehl zubereitet und mit Steckrübe und Kartoffeln (neeps and tatties) serviert werden.

Was die Schotten über alles lieben, konnte mich leider kein bisschen begeistern. Was man ebenfalls nur im Winter erleben kann und zwar am 25. Januar ist die Burns Night. Das jährliche Fest zu Ehren des Nationaldichters Robert Burns wird mit Dudelsackmusik und dem Gedicht Ode The Address to the Haggis die Burns Night eingeläutet. Die Burns Night wird in vielen Familien aber auch in Pubs gefeiert, so dass man das Spektakel auch als Tourist erleben kann.

5. Günstig und ruhig

Edinburgh InnenstadtMachen wir uns nichts vor, Schottland zählt nicht gerade zu den preiswertesten Reisezielen. Wer jedoch wie ich im Winter nach Edinburgh reist, kann neben preiswerten Flügen auch einige Ho(s)telschnäppchen ergattern. Die Mehrbettzimmer im Hostel sind nur spärlich belegt und auch ein lästiges Warten auf eine freie Dusche oder Herdplatte entfällt.

Auch die touristischen Highlights sind angenehm leer. Statt Touristenhorden kann man die Stadt erleben, wie sie ihren gewohnten Gang geht. Und schließlich ist das ja genau das, was man sich beim Reisen immer wünscht. Da nimmt man  – jedenfalls ich – doch gerne ein paar kalte Hände und nasse Füße in Kauf.

Mehr von Jana gibt es auf Twitter @Sonneundwolken und Facebook facebook.com/sonneundwolken.

Falls Du eine Unterkunft suchst, schau bei unseren Hostels in Edinburgh rein.

Danke an Jana für die Bilder und danke an sobolevnrm für das Haggis Bild von Flickr.

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